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Kommentar · Palmer

Provokateur, nicht Revoluzzer

Boris Palmer nimmt Stellung - und die Wogen gehen hoch. Auf dem Facebook-Profil des grünen Tübinger OB durfte der Leser mitverfolgen, wie die Gastunfreundlichkeit eines Hüttenwirts auf der Alb oder ein Lackkratzer in der Rathaus-Tiefgarage Wellen schlugen.

23.10.2015
  • FABIAN ZIEHE

Zwischendrin geht es auch um Politik: hart formuliert, nicht revolutionär. So auch beim Zoff in Sachen Asylpolitik. Barbara Bosch, Kollegin aus der Nachbarstadt Reutlingen, erklärte schon Tage zuvor, dass sie das "Wir schaffen das" von Kanzlerin Merkel nicht wiederholen mag - da müssten Bund und Land erst eine ganze Latte an Forderungen erfüllen. Ein Eklat? Mitnichten. Doch bei Palmer hagelt es Statements - vom tiefroten bis zum angebräunten Lager. Dabei weiß jeder: Dieser Boris Palmer ist ein Ultra-Realo, der vom Vater gewiss keine diplomatische Finesse geerbt hat.

Was fordert er eigentlich? Grenzen schließen, Flüchtlingsströme kanalisieren, Fluchtursachen bekämpfen: Das ist weder klassisch grün noch radikal. Schade, dass Palmer auch gegen den Rat Vertrauter seine Positionen oft in so provokative Sätze kleidet. Sein "So schaffen wir das nicht" wird natürlich unter Weglassung aller Erläuterungen von Rechten vereinnahmt. Palmer tut sich und seiner Partei keinen Gefallen.

Im übrigen: Nicht jeder Satz Palmers muss so schrill kommentiert werden. Er ist der OB einer mittelgroßen Unistadt. Ganz ehrlich: Wedelt da nicht oft der Schwanz mit dem Hund?.

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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