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Provokateur gründet Partei
Der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis.Foto: Foto: Ray Tang/dpa
Porträt

Provokateur gründet Partei

16.02.2018
  • GERD HÖHLER

Athen. Er war die wohl kontroverseste Figur der griechischen Schuldenkrise: Finanzminister Yanis Varoufakis. Der Links-Premier Alexis Tsipras holte den umstrittenen Ökonomieprofessor – Spezialgebiet: Spieltheorie – nach seinem Wahlsieg Ende Januar 2015 ins Kabinett. Sein Auftrag: Die Kreditverträge mit den Gläubigern zu „zerreißen“, die verhasste Troika aus Athen zu vertreiben und das Land aus den Fesseln der Spar- und Reformauflagen zu befreien. Nach nur fünf Monaten trat Varoufakis zurück. Jetzt ist er wieder da: Der 56-Jährige will eine eigene Partei gründen. Sie soll am 26. März aus der Taufe gehoben werden. Antreten will Varoufakis sowohl zur Europawahl im Mai nächsten Jahres, wie auch bei den spätestens im September 2019 in Griechenland fälligen Parlamentswahlen.

In Europa breite sich ein „Winter des Nationalismus, des Brexit, der Fremdenangst und der politischen Lähmung“ aus, schreibt Varoufakis im Gründungsaufruf der neuen Partei, aber „der Geist des griechischen Frühlings“ von 2015 sei immer noch lebendig. Was Varoufakis in seiner Amtszeit als „griechischen Frühling“ erlebte, ist den meisten Griechen ganz anders in Erinnerung: Geschlossene Banken, lange Schlangen vor den wenigen noch funktionierenden Geldautomaten, Hamsterkäufe, leere Regale in der Supermärkten – nach dem Wahlsieg des radikalen Linksbündnisses Syriza versank Griechenland im Chaos.

Und mittendrin: Varoufakis. Teilnehmer der Eurogruppe beschrieben den Griechen als „Spieler“, „Provokateur“, „Amateur“ und „Zeitverschwender“. Ende Juni ist das Spiel aus. Athen steht vor dem Bankrott. Finanzminister Varoufakis muss gehen.

Jetzt sammelt er im Internet Spenden für seine neue Partei. Den meisten Griechen dürfte es allerdings schwer fallen, für das Crowdfunding in die Tasche zu greifen. Gerd Höhler

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16.02.2018, 06:00 Uhr
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