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Berlin

Protokoll über Bankberatung wird abgeschafft

In der Praxis läuft es mit Beratungsprotokollen für Bankkunden nicht gut. Sie sollen ersetzt werden. Was für Verbraucherschützer eine Chance ist.

21.10.2015
  • DPA

Berlin Das erst vor wenigen Jahren eingeführte und umstrittene Beratungsprotokoll bei Geldanlagen soll wieder abgeschafft werden. Stattdessen sollen Anlageberater ihren Privatkunden künftig eine "Geeignetheitserklärung" vorlegen, wie aus einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Verbraucherschützer sind nicht alarmiert. Sie kritisieren schon länger die Qualität der Beratungsprotokolle und hoffen im Zuge der EU-Vorgaben auf künftig präzisere Angaben der Banken vor Wertpapiergeschäften.

Beratungsprotokolle wurde 2010 eingeführt - vor allem in Folge der Lehman-Pleite. Verbraucher erhalten seither bei einer Anlageberatung zu Wertpapieren Produktinformationsblätter mit klaren Aussagen über Rendite, Risiko und Kosten. Das Bankprotokoll soll also vor Fehlberatungen schützen und die Position des Bankkunden stärken, indem er seine Anlageentscheidung auch auf die schriftliche Zusammenfassung des Beratungsgespräches stützen kann.

Zudem sollen Kunden etwas in der Hand haben, um im Zweifel vor Gericht beweisen zu können, wie die Beratung erfolgte. Sie können das Beratungsprotokoll als Beweismittel einsetzen, sollte es zu einem Schadensersatzprozess wegen Falschberatung kommen. Die Kreditwirtschaft kritisiert die Protokolle als bürokratisch, ohne dass Verbraucher davon einen größeren Nutzen hätten.

Künftig soll eine Erklärung über die "Geeignetheit" der Empfehlung vor Abschluss des Wertpapiergeschäfts "die erbrachte Beratung nennen sowie erläutern, wie sie auf die Präferenzen, Anlageziele und die sonstigen Merkmale des Kunden abgestimmt wurde". Sie muss Kunden auf einem dauerhaften Datenträger bereitgestellt werden.

Auch eine Studie im Auftrag des Bundesjustizministeriums hatte ergeben, dass die meisten Beratungsprotokolle den Anlegern nichts bringen. Es laufe vieles nicht so, wie der Gesetzgeber sich es erhofft habe, da Protokolle gar nicht oder nur unvollständig angefertigt würden.

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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