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Professionell ehrenamtlich
Ohne sie geht es nicht: Ehrenamtliche sind besonders in der Flüchtlingsarbeit unverzichtbar. Foto: dpa
Freiwillige stemmen laut einer Studie in Flüchtlingsarbeit oft Aufgaben des Staates

Professionell ehrenamtlich

Ehrenamtliche Arbeit wird immer professioneller, braucht aber weiter Unterstützung. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung.

05.08.2016
  • DPA/EPD

Gütersloh. Vom losen Nothilfe-Bündnis zum festen Netzwerk: Die vielen oft spontan unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise entstandenen ehrenamtlichen Hilfsinitiativen in Deutschland organisieren sich immer besser. Zu diesem Ergebnis kommt eine gestern von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Studie. Die Freiwilligen seien zudem stärker mit Verbänden und Verwaltungen verbunden.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz (SPD) rief dazu auf, die vielen Freiwilligen besser zu unterstützen und nicht alleine zu lassen. Gerade nach den Gewalttaten der vergangenen Wochen, an denen offenbar auch Flüchtlinge beteiligt waren, seien die Freiwilligen eine zentrale Stütze, erklärte die Leiterin des Bereiches „Zukunft der Zivilgesellschaft“ bei der Bertelsmann Stiftung, Bettina Windau. Durch ihre Arbeit werde in den Kommunen eine positive Stimmung gegenüber Geflüchteten erhalten, heißt es in der Untersuchung.

Die Studie empfiehlt Städten und Gemeinden, weiterhin Koordinationsstellen aufzubauen und freiwilliges Engagement öffentlich mehr anzuerkennen. So brauchten die Freiwilligen Entlastung durch hauptamtliche Ansprechpartner in Städten und Gemeinden, um sich auf die Integration konzentrieren zu können, sagte Windau. Solche zentralen Koordinierungsstellen entstehen in immer mehr Kommunen. Sie erwiesen sich als sinnvolle Brücke zwischen Freiwilligen und Verwaltung und könnten die Helfer bei organisatorischen Fragen entlasten. „Die meisten wollen ja den Menschen helfen und sich nicht um Verwaltungsfragen kümmern.“

Eine Vielzahl der Hilfsangebote war in der zweiten Jahreshälfte 2015 entstanden oder hatte neuen Zulauf bekommen, als die Zahl der Flüchtlinge massiv gestiegen war. In der auf Fallstudien und Interviews basierenden Untersuchung sind die Forscher der Frage nachgegangen, wie die freiwillige Flüchtlingshilfe sich wandelt und was sie braucht, um wirken zu können. Ein Großteil der Befragten gab dabei an, dass das Engagement unverändert stark sei.

Die Integrationsbeauftragte Özoguz begrüßte es, dass „das enorme ehrenamtliche Engagement“ nach wie vor anhalte. Ehrenamtliche Initiativen benötigten jedoch dringend hauptamtliche Begleitung und Unterstützung, erklärte sie in Berlin. „Wir dürfen die vielen Freiwilligen nicht alleine lassen“, unterstrich sie.

Die Aktiven berichteten, dass Ehrenamtliche auch viele Aufgaben stemmten, die normalerweise der Staat leisten müsse, wie zum Beispiel die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidern und Wohnraum. Zunehmend oft übernähmen die Freiwilligen auch eine unverzichtbare Lotsenfunktion, indem sie zwischen Ämtern und Flüchtlingen vermitteln oder den Neuankömmlingen bei Behördengängen zur Seite stehen und Zugänge zu den Angeboten öffnen.

Die Studie „Koordinationsmodelle und Herausforderungen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe in den Kommunen“ wurde vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität im Auftrag der Stiftung erstellt. Dafür wurden in 17 Kommunen 25 Interviews geführt. Da es sich um qualitative Interviews handelt, seien die Ergebnisse nicht repräsentativ.

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05.08.2016, 06:00 Uhr
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