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Viele VW-Zulieferer in Gefahr

Produktionsstopp für Golf wirkt sich auf 500 Unternehmen aus

Immer mehr Unternehmen geraten in den Sog des Streits zwischen VW und zwei Zulieferern. Mit ihnen führt nun auch Daimler einen Rechtsstreit.

23.08.2016
  • DPA

Wolfsburg. Der beispiellose Konflikt von VW mit zwei wichtigen Zulieferern erreicht immer neue Dimensionen. Bei Volkswagen stehen angesichts eines Lieferstopps viele Bänder still, bisher sind 28 000 VW-Mitarbeiter betroffen. Allen voran steht die Golf-Produktion im Stammwerk Wolfsburg still. Die Zulieferer ES Automobilguss und Car Trim, die beide zur Unternehmensgruppe Prevent gehören, beliefern VW derzeit nicht mit Getriebeteilen und Sitzbezügen.

Nach Branchenangaben stehen hinter der Golf-Produktion rund 500 Lieferanten, die nun zunehmend in Schwierigkeiten geraten. Wegen der Montage-Engpässe bei VW könnten sie ihre Teile nicht ausliefern und müssten Bestände aufbauen. „Die Folgewirkungen für die gesamte Wertschöpfungskette sind schon heute beträchtlich“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik, Christoph Feldmann. Auch der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsen Metall, Volker Schmidt, sieht die Entwicklung mit Sorge: „Spätestens jetzt, da die Produktion im Stammwerk in Wolfsburg aussetzt, droht die Situation voll auf die Zuliefererketten durchzuschlagen.“ Alle Beteiligten sollten sich schnellstmöglich um eine Einigung bemühen.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium dringt auf eine rasche Lösung. „Wir gehen davon aus und erwarten auch, dass die beteiligten Unternehmen die ungeklärten Fragen so bald wie möglich lösen können“, sagte ein Sprecher.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh griff die beiden Zulieferer an: „Nach unserer Auffassung liegt die Verantwortung eindeutig beim Zulieferer. Oder glauben Sie, wir als Betriebsrat fragen nicht, wessen Schuld es ist, dass unsere Kollegen zu Hause bleiben müssen.“ Die beteiligten Zulieferer argumentieren, VW zwinge sie zu dem Lieferstopp, da der Autobauer „frist- und grundlos“ Aufträge gekündigt habe und einen finanziellen Ausgleich dafür ablehne. Der Lieferstopp geschehe zum Selbstschutz.

Unterdessen streitet auch Daimler mit dem Zulieferer Prevent vor Gericht. Vor dem Landgericht Braunschweig wolle der Lieferant 40 Millionen Euro Schadenersatz erstreiten, sagte ein Sprecher des Gerichts. Prevent sehe Verträge von Daimler als nicht erfüllt und nicht wirksam beendet an.

Kommentar und Wirtschaft

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23.08.2016, 06:00 Uhr
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