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USMCA

Produktion wandert nach Nordamerika

In letzter Minute einigen sich Kanada, Mexiko und die Vereinigten Staaten auf ein Handelsabkommen.

02.10.2018

Kanadas Premier Justin Trudeau sprach von einem „guten Tag“ für sein Land. Foto: Justin Tang/dpa

Washington. Nach mehr als einem Jahr zäher Verhandlungen, die noch vor wenigen Tagen aussichtslos erschienen, haben sich die USA, Mexiko und Kanada auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. „United States – Mexico – Canada Agreement“ (USMCA) heißt der Deal, der das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ersetzen soll.

Unter anderem soll die Industrieproduktion, vor allem bei Autoherstellern, verstärkt von Mexiko nach Nordamerika verlagert werden. Im Gegenzug wollen die USA auf die Streichung von unabhängigen Schlichtungsgremien verzichten, die über einseitig verhängte Einfuhrzölle entscheiden dürfen. Zudem wird Kanada die Molkereiindustrie für Importe aus den USA öffnen. Ferner soll ein neues Regelwerk für Finanzdienstleister und digitale Unternehmen eingeführt werden, die 1994, als Nafta in Kraft trat, noch gar nicht existierten.

Die Regierungschefs von Kanada und den USA waren besonders erleichtert, dass sie buchstäblich in letzter Minute eine empfindliche Zuspitzung des Konflikts zwischen Washington und dem Handelspartner im Norden verhindern konnten. Kanadas Premierminister Justin Trudeau etwa sprach von einem „guten Tag“ für sein Land. Unter Dach und Fach ist „das wunderbare, neue Abkommen“, wie Donald Trump die Vereinbarung lobte, aber längst nicht. Schließlich muss unter anderem der US-Kongress innerhalb von 60 Tagen den Vertrag absegnen.

Wegen der positiven Folgen für US-Arbeitnehmer, die darunter gelitten hatten, dass als Folge von Nafta mehrere hunderttausend Jobs nach Mexiko verlagert wurden, wo deutlich niedrigere Löhne gezahlt werden, begrüßte Gewerkschaftschef Richard Trumka das Abkommen. Einschränkend sagte er aber, dass der Teufel im Detail steckt, und „wir kein umfassendes Urteil abgeben werden, ehe wir die Einzelheiten kennen“.

Republikanische Parteifreunde des Präsidenten begrüßten, dass eine Zuspitzung des Konflikts mit Kanada abgewendet werden konnte. Sie kritisierten aber, dass Auslandsinvestitionen amerikanischer Multis weniger Schutz genießen werden. Peter DeThier

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Erstellt:
2. Oktober 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Oktober 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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