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Prickelnd alkoholfrei
Silvester ohne Sekt? Das ist für die meisten undenkbar. Foto: janvier - Fotolia
Zu Silvester boomt das Geschäft*mit Sekt und anderen Schaumweinen

Prickelnd alkoholfrei

Hugo, Spritz und Erdbeersecco: Um die Kunden bei Laune zu halten, müssen sich die Sekthersteller viel einfallen lassen. An Silvester greifen die Deutschen aber wieder zum Klassiker - immer öfters zum alkoholfreien.

29.12.2015
  • DPA

Mainz/Wiesbaden. "Noch ein bisschen Sekt?" - "Nein danke, ich muss heute fahren." Egal ob wegen Autofahrens, aus religiösen Gründen oder einfach wegen des Geschmacks - für immer mehr Sektliebhaber scheint die alkoholfreie Variante zu einer Alternative zu werden. Auch in der Silvesternacht.

Alkoholfreien Sekt gibt es zwar bereits seit Ende der 1980er Jahre. "Doch in den letzten Jahren hat sich auch bei den Sektfans der alkoholfreie Genuss zu einem echten Trend entwickelt", sagt der Sprecher der Geschäftsführung der Henkell & Co.-Gruppe, Andreas Brokemper, in Wiesbaden. Nach seiner Einschätzung waren es primär Rosésekte, alkoholfreie Sekte sowie Sektcocktails, die dem Markt Auftrieb verliehen haben. Im Zuge dieses Trends hätten exklusive Ausstattungen, wie etwa eine schicke weiße Flasche, eine immer größere Rolle gespielt.

Weinhaltige Cocktails verlieren nach Jahren deutlicher Zugewinne wieder an Zuspruch, wie Brokemper sagt. Dagegen legen Champagner, Crémant und Prosecco zu. "Die Entwicklung hin zu Premiumprodukten und Spezialitäten kommt uns als Unternehmensgruppe sehr entgegen." Die Henkell-Gruppe geht davon aus, dass die Grundweinpreise stabil bleiben. "In diesem Jahr konnte in Europa eine gute Ernte mit hervorragenden Qualitäten eingefahren werden", sagt Brokemper.

Insgesamt blickt die deutsche Sektbranche zufrieden auf das Jahr 2015 zurück, obwohl der Absatz stagniert. Bis einschließlich Oktober verzeichnete die Branche ein Absatzminus von 0,1 Prozent, wie der Geschäftsführer des Deutschen Sektverbandes, Ralf Peter Müller, sagt. "Die Hauptabsatzzeit liegt ja noch vor uns, so dass ich für das Gesamtjahr mit einer schwarzen Null rechne." 2014 war der Absatz des Schaumweins laut Statistischem Bundesamt um 1,5 Prozent auf 317 Mio. Liter zurückgegangen.

In das neue Jahr starten die Kellereien laut Müller zuversichtlich. "Es gibt keine Anzeichen für eine wirtschaftliche Eintrübung. Wir haben viele Anlässe, anzustoßen", sagt er. Gerade alkoholfreier Sekt trete immer mehr aus seiner Nische heraus und habe inzwischen mit einem Absatz von 10 Mio. Flaschen einen Marktanteil von 3 Prozent erreicht. "Da steckt in jedem Fall noch Potenzial drin", prognostiziert Müller und verweist auch auf die wachsende Zahl von Muslimen in Deutschland, die aus religiösen Gründen auf Alkohol verzichten.

Die Nachfrage nach alkoholfreiem Sekt ist auch bei der Sektkellerei Schloss Wachenheim AG ungebrochen, wie der Vorstandssprecher Wilhelm Seiler sagt. "Ich bin mir sicher, dass dieser Trend auch weiterhin anhalten wird." Auch Mischgetränke wie etwa Hugo oder Spritz seien beliebt. Seiler will erkannt haben, dass die Kunden gerade an Weihnachten und zum Jahreswechsel bei Sekt zu höheren Qualitäten greifen.

Dass der Markt für alkoholfreien Sekt wächst, sagt auch Peter Claußen von Rotkäppchen-Mumm. Prickelnder Alkoholfrei, so nennen ihn die Experten, werde immer bekannter und akzeptierter. Nach Angaben von Rotkäppchen-Mumm hat ihr Alkoholfreier im April 2015 zum ersten Mal die Marktführerschaft in Deutschland übernommen, 2014 wurden 5,2 Mio. Flaschen verkauft.

Ob alkoholisch oder nicht - das Angebot für Sekt wandelt sich genauso wie die Bedürfnisse der Käufer: "Viele Menschen haben weniger Zeit, es gibt weniger festliche Anlässe", sagt Claußen. Lange geplante Geburtstagsfeiern etwa - ein klassischer Anlass für Sekt - seien seltener geworden, spontane Treffen häufiger. Doch in der Silvesternacht sei der prickelnde Schaumwein weiterhin das beliebteste Getränk in Deutschland.

Zwei Mal vergorener Wein

Sekt und Champagner Bei allen Qualitätsschaumweinen handelt es sich um zwei Mal vergorenen Wein mit einem Mindestdruck von 3,5 bar. Das Prickeln entsteht durch die Kohlensäure aus der Gärung. Während Sekt – in Frankreich „Crémant“, in Spanien „Cava“, in Italien „Spumante“ genannt – in unterschiedlichen Verfahren hergestellt werden kann, ist für den Champagner die Flaschengärung vorgeschrieben. Vor allem aber darf der markenrechtlich geschützte Name „Champagner“ nur für Schaumweine verwendet werden, bei denen die für die Herstellung verwendeten Grundweine aus der französischen Region Champagne stammen. Für den Sekt ist hingegen kein bestimmtes Anbaugebiet vorgeschrieben. Beim so genannten Rebsortensekt müssen jedoch 85 Prozent der verwendeten Weine aus Trauben der angegebenen Rebsorte wie etwa Riesling stammen. Ist ein bestimmtes Anbaugebiet (b.A.) auf dem Etikett angegeben, müssen alle Trauben von dort kommen. Rebsortensekt ist ähnlich teuer wie Champagner. Entscheidend für Süße und Aroma ist neben den verwendeten Grundweinen das Herstellungsverfahren. Es gibt die aufwändigere traditionelle Flaschengärung und die Tankgärung. afp

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29.12.2015, 08:30 Uhr
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