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Reisen, Royals, Raserei

Premiere des neuen*James-Bond-Films*"Spectre" in London

Die Weltpremiere des neuen James-Bond-Abenteuers "Spectre" in der Royal Albert Hall war glanzvoll. Und der Film? Zwei spektakuläre Verfolgungsjagden, aufwändige Sets und eine paar gute Sprüche.

28.10.2015
  • SIEGFRIED TESCHE

London 7000 Besucher waren am Montagabend in die 144 Jahre alte, viktorianische Royal Albert Hall gekommen, um sich das jüngste, an die 300 Millionen Dollar teure Abenteuer "Spectre" der James-Bond-Macher anzuschauen, und man spürte, dass sie es genossen. Mindestens 250 Pfund mussten die Gäste zugunsten des Cinema and Television Benevolent Fund hinblättern, einer Organisation, die in Not geratene ältere Schauspieler und Künstler unterstützt. Stolz verkündeten die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson dann auch, dass 755 000 Pfund zugunsten der Organisation überwiesen werden können.

Schön, dass die 007-Macher dabei auch in aufmerksame Gesichter blicken konnten, obwohl bei dem höchst formellen Black-Tie-Event Handys erlaubt waren. Bei der "Skyfall"-Premiere hatte man sie noch allen Besuchern abgenommen.

Optisch wurde auch einiges geboten: Prinz William, Kate und Harry fuhren im schwarzen Bentley vor und schritten royal einen Teil des mehr als 200 Meter langen roten Teppichs ab. Die Filmstars Daniel Craig, Léa Seydoux, Christoph Waltz, Ralph Fiennes, Dave Bautista und Naomie Harris brachten über eine Stunde vor der Tür zu, gaben kurze Statements ab und schrieben fleißig Autogramme. Auch Shirley Bassey war gekommen. Die beiden wichtigste Fahrzeuge, ein Aston Martin DB 10 und ein Jaguar CX 75 dienten als Kulisse für Interviews.

17.45 Uhr war schon Einlass, ab 19 Uhr musste man drinnen sitzen, und dann folgte noch eine einstündige Show: Live-Bilder vom roten Teppich, Ansprachen, Nationalhymne, Filmszenen, natürlich Danksagungen und Applaus.

Applaus gab es dann auch während der Vorführung. Allein sieben Mal spendeten die Gäste während des Films Szenenapplaus, fieberten bei den Actionszenen mit, lachten aber nur einige wenige Male.

"Spectre" beginnt mit einem Straßen- und Luftkampf in und über Mexiko City, dessen Dreh großzügig von der mexikanischen Regierung unterstützt wurde. Die dafür engagierte Schauspielerin Stephanie Sigman hat allerdings nur eine Miniszene von nicht mal zwei Minuten. Typisch Bond eben.

Weiter geht es mit einer Beerdigung in Rom, etwas Amore mit Monica Bellucci, die auch nicht lange zu sehen ist, und einer spektakulären Verfolgungsjagd durch nächtliche Straßen. Craig im Aston Martin DB 10 und der von Ringer Dave Bautista gespielte Killer im Jaguar liefern sich ein PS-Duell, das feurig beginnt und feucht endet.

Kurz zuvor taucht erstmals der von Christoph Waltz gespielte Oberhauser auf, der Bond von früher kennt: Seine Familie hat 007 nach dem Tod seiner Eltern aufgezogen. Doch der Ex-Stiefbruder führt Böses im Sinn, verübt Anschläge in Tunesien und Hamburg, hat die totale Überwachung zum Ziel und es jetzt auch auf Madeleine, die Tochter von Mr. White abgesehen, die von Léa Seydoux gespielt wird.

Doch Bond kämpft dieses Mal nicht nur in der Hitze (Mexiko, Marokko), in der Kälte (drei Orte in Österreich, wobei nur Alt-Ausssee erwähnt wird, und London) gegen die Fastverwandtschaft, sondern wie bei "Skyfall" auch gegen Interna: Die Doppelnull-Abteilung soll aufgelöst werden, M muss sich mit einem Konkurrenten namens C herumschlagen, der einen neuen Geheimdienst namens "Nine Eyes" aufbauen will, und Edward Snowdens Geist ist permanent präsent - jeder überwacht jeden.

Mit 148 Minuten ist "Spectre" der längste Bondfilm aller Zeiten geworden, und der ist nicht gerade spannend, durchgehend schon gar nicht. Einige Kürzungen hätten dem Ganzen gut getan, obwohl schon Einiges weggefallen ist. So werden im Nachspann Snowboarder und Szenen in Tokio genannt, die gar nicht im Film vorkommen.

Arie Bohrer, Präsident von Location Austria, sagte in einer ersten Reaktion, dass er enttäuscht sei, dass Sölden nicht mal genannt wird. Es gibt wohl Verträge, die dieses sogar regeln.

Vor drei Jahren spielte "Skyfall" weltweit sensationelle 1,1 Milliarden Dollar ein - weit mehr als jeder Bond-Film zuvor. Ein geringeres Ergebnis wäre jetzt bei "Spectre" für die Macher enttäuschend. Die aufwändige Premiere hat schon mal dafür gesorgt, erfolgreich die Werbetrommel zu rühren. Und Hauptdarsteller Daniel Craig? Nach jüngsten Aussagen will er jetzt erstmal zwei Jahre Abstand von der Rolle haben. Auf die Frage am roten Teppich, ob er und Regisseur Sam Mendes noch einen Bond-Film zusammen drehen werden, sagte er unmissverständlich: "Nein!"

Vor 2018 ist also nicht mit dem der nächsten Bond zu rechnen. Craig wird im März 2018 auch schon 50. Ein guter Zeitpunkt um aufzuhören, denn "Spectre" zeigt neben allem Schönen auch eines sehr deutlich: Der Mann wird langsam zu alt für die Rolle. Oben ohne gibt es ihn nur noch verschwommen im Vorspann.

Premiere des neuen*James-Bond-Films*"Spectre" in London

Premiere des neuen*James-Bond-Films*"Spectre" in London

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28.10.2015, 12:00 Uhr
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