Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Streit um Burkinis

Premier Valls: Strände vor Religion schützen

Im Burkini-Streit fordert Frankreichs Premier Manuel Valls, die Werte der Republik zu verteidigen. Burkini-Verbote seien deshalb vertretbar.

18.08.2016
  • AFP/DPA

Paris. Nach einer Schlägerei auf Korsika hat Frankreichs Premier Manuel Valls Burkini-Verbote an einzelnen Stränden ausdrücklich gebilligt. Zugleich lehnte er eine gesetzliche Regelung zu dem umstrittenen muslimischen Ganzkörperbadeanzug ab. Am Wochenende waren im Norden der Mittelmeerinsel Korsika Einwandererfamilien und Inselbewohner aneinandergeraten. Fünf Menschen wurden verletzt, fünf festgenommen. Auslöser waren laut Augenzeugen Touristen, die am Strand von Sisco in Burkinis badenden Frauen fotografierten. Bislang haben Ermittler nicht bestätigt, dass dort tatsächlich Frauen Burkinis trugen. Der Bürgermeister von Sisco erließ ein Verbot. Solche Regelungen haben in diesem Sommer mehrere Gemeinden erlassen, in Cannes droht Burkini-Trägerinnen ein Bußgeld in Höhe von 38 Euro, die Regelung wurde bereits mehrfach angewandt.

„Strände müssen wie jeder andere öffentliche Raum vor religiöser Inanspruchnahme geschützt werden“, sagte Valls. „Der Burkini ist nicht ein neues Modell von Badeanzügen, eine Mode. Er ist die Übersetzung eines politischen Projekts, einer Gegen-Gesellschaft, die unter anderem auf der Unterjochung der Frau fußt.“ Hinter dem Burkini stehe die Idee, dass Frauen „von Natur aus unkeusch und unrein“ seien und sich deshalb zu bedecken hätten. Mit den „Werten Frankreichs und der Republik“ sei das nicht vereinbar: „Die Republik muss sich gegen Provokationen verteidigen.“ Anlass für eine gesetzliche Regelung sieht Valls nicht: Allgemeine Bekleidungsvorschriften könnten „nicht die Lösung sein.“

Burkini-Verbote sind in Frankreich umstritten. Kritiker prangern sie als rassistisch und islamfeindlich an und argumentieren, damit würden französische Muslime stigmatisiert. Befürchtet wird zudem, dass Burkini-Verbote Spannungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen verstärken könnten. Der Sprecher der kommunistischen Partei, Olivier Dartigolles, warf Valls vor, mit seiner Unterstützung für die Verbote dem rechtsextremen Front National „hinterherzurennen“. Der Premier spiele zudem Islamisten in die Hände: „Das ist genau das, was die Terroristen letztlich wollen: Einen Religionskrieg, ständige Spannungen, das Abdriften in einen Bürgerkrieg.“

Italiens Innenminister Angelino Alfano sieht in einem Burkini-Verbot nach dem Vorbild von Cannes keine gute Lösung.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

18.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular