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Bilder der Geschichte

Prägnant: Sophie Scholls Biografie im Comic-Stil

Graphic Novels finden auch in Deutschland eine immer größere Leserschaft. Nun wird die Geschichte der Sophie Scholl in einem Comic-Buch erzählt.

20.10.2015
  • JÜRGEN KANOLD

Ulm, 1937. Ein fröhlich gemaltes Szenario: Der Münsterturm überragt die Ulmer Altstadt, in einer engen Gasse treffen zwei junge Damen auf dem Weg zur Schule einen Soldaten. "Ein fescher Bursche dieser Fritz Hartnagel", sagt Anneliese zu ihrer Freundin: "Findest Du?", entgegnet Sophie Scholl. Sie lädt ihn zum Tanzabend ein. Und dann beginnt eine Liebesgeschichte - und eine über Krieg, Nazi-Terror, Menschlichkeit und Zivilcourage.

Was ist nicht alles schon über Sophie Scholl, die 1943 hingerichtete Widerstandskämpferin der Weißen Rose, publiziert worden. Diese Biografie aber geht einen neuen Weg: Ingrid Sabisch (Illustration) und Heiner Lünstedt (Text) erzählen sie als Graphic Novel. Keine tiefschürfende Abhandlung also, kein gewichtiger Roman, sondern ein geraffter, pointierter Comic. Aber nun wirklich keine Sprachblasen-Fiktion, denn der 56-Seiten-Band basiert auf dem Briefwechsel Sophie Scholls mit ihrem sechs Jahre älteren Freund Fritz Hartnagel.

Da ist dieses backfischhafte, unternehmungslustige Mädchen aus einer liberalen Familie, das eine Ausbildung zur Kindergärtnerin macht, damit sie studieren darf. Wenn die Kleinen mit Bauklötzen Kanonen formen, sagt Sophie: "Ach lasst uns doch was Nützlicheres bauen . . . ein Feuerwehrauto." Ihr sechs Jahre älterer Freund Fritz aber zieht in den Krieg und sieht im Soldatischen eine ehrenhafte "Lebenshaltung."

Sophie erfährt immer direkter, mit welchem verhängnisvollen Terror die Nationalsozialisten Deutschland und die Welt überziehen. Eines von vielen Schlüsselerlebnissen in ihrem kurzen Leben: als ihr Vater Robert von der Gestapo abgeholt und wegen "Heimtücke" eingesperrt wird. Aber auch Fritz erkennt zunehmend: "Sophie hat Recht, wir werden von einem Verbrecherregime regiert." Fritz entkommt der Stalingrad-Hölle in letzter Minute, in einem Lazarett erfährt er vom Prozess gegen die Weiße Rose. Er macht sich auf, trifft aber in Ulm nur die in Sippenhaft eingekerkerte Familie, die ihm vom vollstreckten Todesurteil gegen Sophie und Hans Scholl und dessen letzte Worte "Es lebe die Freiheit" berichtet.

Natürlich illustriert Sabisch die ikonografische Szene vom 18. Februar 1943 im Lichthof der Münchner Universität mit den flatternden Flugblättern und der Verhaftung im doppelseitigen Großformat. Aber um die rein dramatische Handlung der letzten Tage geht es weniger. Die mit lebendigen Strichen skizzierten Bilderfolgen transportieren ziemlich viel Inhalt. Lünstedt zitiert oft aus dem Briefwechsel. Dieser Comic spricht mit Sophie Scholls Worten heutige Generationen an: "Lieber Fritz, ich kann es nicht begreifen, dass nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für das Vaterland."

Info Ingrid Sabisch/Heiner Lünstedt: Sophie Scholl - Die Comic-Biografie. Knesebeck. 56 Seiten, 19.95 Euro.

Prägnant: Sophie Scholls Biografie im Comic-Stil
Auf 56 Seiten prägnant als Comic erzählt: Die Geschichte der Sophie Scholl und der Weißen Rose.

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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