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Post-Chef geht voller Optimismus ins neue Geschäftsjahr
Streiks und andere Sonderbelastungen hinterlassen Kratzer in der Bilanz - Dividende bleibt stabil

Post-Chef geht voller Optimismus ins neue Geschäftsjahr

Den Knaller führte Postchef Appel nicht im Bilanzpaket. Die Ergebnisprognose hatte er schon im Herbst kassiert und Wind aus den Segeln genommen. Der Konzern sieht sich trotz Gewinndelle auf Kurs.

10.03.2016
  • WOLF GOLDSCHMITT

Bonn. Der Internethandel entwickelt sich für den Marktführer Deutsche Post zur Melkkuh. Immer mehr Menschen lassen sich ihre Waren bequem nach Hause liefern. Dieser Boom half dem gelben Konzern, seine gesenkte Ergebnisprognose vom vergangenen Jahr doch noch zu retten. Doch Onlineprofiteure wie Amazon planen eigene Strategien, um sich unabhängig von der Post zu machen und Kosten zu senken. Der amerikanische Konzern kündigte unlängst in deutschen Großstädten Stationen an, wo Kunden ihre Bestellungen abholen und abgeben können.

Die Führung des Logistikdienstleisters allerdings gibt sich demonstrativ gelassen. "Jeder Kunde hat das Recht, seine Firmengeschichte weiterzuschreiben. Amazon macht das, wir machen das. Wir sind deshalb völlig entspannt und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit mit Amazon", kommentierte das zuständige Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes gestern auf der Jahresbilanzkonferenz in Bonn.

Zurzeit ist Amazon für rund 15 Prozent der deutschen Paketlieferungen und für etwa 500 Mio. EUR des Umsatzes der Post verantwortlich. Schätzungen sprechen davon, dass der Großversender langfristig 60 Prozent der Pakete in Eigenregie ausliefert, was einen negativen Einfluss von knapp 3 Prozent auf den Umsatz im Postgeschäft haben könnte.

Fest steht aber auch: Das traditionelle Postgeschäft schrumpft, doch bleibt sehr profitabel. Elektronische Medien verringern das Briefvolumen, Streikkosten von 170 Mio. EUR und hohe Abschreibungen bei der IT trüben ebenfalls die Bilanzen. Und jetzt droht Onlinehändler Amazon mit einem Angriff auf dem Paketmarkt. Die Portoerhöhungen - seit 2013 um 15 Prozent - und der Boom in Internethandel dämpfen Verluste. Fast die Hälfte aller Paketsendungen der Posttochter DHL stammen mittlerweile aus dem Versandhandel via Netz. "Es war das beste Weihnachtsgeschäft des Konzerns aller Zeiten", freute Postchef Frank Appel bei der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Die Belastungen in der Frachtsparte beim Aufbau eines neuen IT-Systems, aber auch die Kosten von wochenlangen Streiks, hatten den Konzern 2015 in die Bredouille gebracht. So kassierte die Post bereits im Herbst ihre Gewinnprognose deutlich nach unten. Bereits im vierten Quartal kamen die Bonner bereits wieder in Tritt.

Appels Optimismus hält trotz globaler Krisen an. Das Wachstum soll weiterhin bei rund 3 Prozent weltweit liegen, nicht zuletzt des niedrigen Ölpreises wegen. In der "Division Post-eCommerce-Parcel" will die Post nach wie vor die geschätzten Rückgänge von jährlich rund 2,5 Prozent im klassischen Briefgeschäft durch ein dynamisches Paketgeschäft kompensieren. Mit einem Marktanteil von 43 Prozent im nationalen Paketmarkt ist der gelbe Riese nicht nur klarer Marktführer, sondern besitzt auch einen deutlichen Vorsprung zum nächstgrößeren Rivalen DPD, der über 19 Prozent verfügt. Der entscheidende Wettbewerbsvorteil liegt im flächendeckenden Netzwerk.

Nach dem Rekordergebnis im vierten Quartal sollen die Erträge um mindestens 1 Mrd. EUR zulegen. Anders als im "Übergangsjahr" 2015 müsse der Konzern 2016 nicht mehr mit hohen Sonderbelastungen rechnen. Nicht zuletzt das aktuelle Aktienrückkaufsprogramm von bis zu 1 Mrd. EUR gebe Anlass, positiv nach vorne zu blicken. Die Post verzichtet allerdings auf einen Sonderbonus für seine Aktionäre und hält die Dividende weiterhin bei 85 Cent je Wertpapier.

Eine Unwägbarkeit bleibt Amazon, der momentan größte Kunde der Post. In einem ersten Schritt plant das Unternehmen, in Metropolen angreifen und in Stadtnähe Verteilzentren aufzubauen. Obwohl Amazon damit direkt die Post angreift, schätzen Experten die Auswirkungen auf Paketgeschäft von DHL überschaubar ein.

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10.03.2016, 08:30 Uhr
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