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Nach fünf Minuten gibt der Täter auf

Polizeihauptmeister Markus Müller erklärte, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann

Die dunkle Jahreszeit gilt als Hauptsaison für Einbrecher. Wie man sich schützen kann, erläuterte in Dußlingen ein Spezialist vom Polizeipräsidium Reutlingen, eingeladen von der Interessengemeinschaft der Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister.

14.10.2015
  • Jürgen Jonas

Dußlingen. Markus Müller ist mit einem starken Schraubenzieher ausgestattet. Hauptinstrument von Einbrechern, die Fenster aushebeln, um in Wohnungen einzusteigen und Geld und Geldeswert abzutransportieren.

Und zwar geschützt von der Dunkelheit, wie Ursula Barthlen von der Dußlinger Interessengemeinschaft der Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister am Montagabend sagte. Sie hatte zu einem Informationsabend mit dem Polizeihauptmeister eingeladen, der beim Referat Prävention des Polizeipräsidiums Reutlingen arbeitet.

Mehrfach sei der Ort nächtens „unangenehm überrascht“ worden, meinte Barthlen in der Aula der Anne-Frank-Schule, was 50 Interessierte dazu bewog, den Ausführungen des Spezialisten zu folgen.

Es sei leicht, so Müller, ein Standardfenster mit einem ordentlichen Schraubenzieher zu öffnen. Manche schätzten die Gefahr des Einbruchs jedoch gering ein. „Bei mir gibt es doch nichts zu holen!“, sagen sie. Doch, sagt Müller. Andere meinen, Sicherungsmaßnahmen seien nutzlos, weil Einbrecher überall reinkommen würden. „Stimmt nicht“, entgegnet Müller. Es scheine genügend Gründe für Einbrüche zu geben. Der Dieb gehe ein geringes Risiko ein, die Aufklärungsquote ist niedrig, die Beute schnell einkassiert und oft recht hoch. Wirtschaftliche Not und das Armutsgefälle in Europa ist eine Ursache für Einbruchdiebstähle. Die Statistik weist aus, dass Zahlen in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen gesunken, im Landkreis Esslingen jedoch deutlich gestiegen sind.

Dem Fachmann geht es darum, Schwachstellen an Wohnhäusern zu beseitigen, an den Haustüren, den Terrassentüren und Fenstern, die als Einstieg dienen. Er informierte über Sicherungsmöglichkeiten wie einbruchshemmende Türen – etwa mit Weitwinkeltürspionen, Sperrbügeln und selbstverriegelnden Schlössern. Türen nachzurüsten sei möglich – zum Beispiel mit dem Einbau von Mehrfachverriegelungen oder Schließblechen. Schutzbeschläge sind wichtig, Hintergreifhaken, alles, was einen Aushebelschutz bietet. Das gilt auch für Fenster, für die einige Nachrüstprodukte angeboten werden. Rolläden sind übrigens kein guter Einbruchsschutz.

„Nach fünf Minuten gibt der Täter auf, wenn er keinen Erfolg hat.“ 42 Prozent der Einbruchsversuche scheitern wegen Sicherheitstechnik oder weil die Täter gestört werden. Fenstergitter helfen zwar, bieten aber keinen vorteilhaften Anblick. „Man will ja nicht in einer Justizvollzugsanlage leben.“ Wenn Wertbehältnisse für nötig befunden werden, sollten sie nur nach DIN-Norm gekauft und dann verankert werden, „sonst werden die Tresore weggetragen“. Bewegungsmelder stören den Täter wenig, das Gerät zeigt ihm eher die Gelegenheit in hellem Licht. Vor allem in Abwesenheit, etwa, wenn man im Vortrag über Einbruchsprävention sitzt. Günstig ist eine wachsame Nachbarschaft, auf die man auch durchaus mit einem Warnschild hinweisen kann. Aufmerksamkeit helfe, wenn „verdächtige Personen herumschleichen“ und deren Anwesenheit gemeldet werde. Müller ist dankbar, dass er selbst eine Nachbarin hat, die ihr Auge auf sein Grundstück.

Aus dem Publikum kamen Fragen nach dem Einsatz von Pfefferspray oder ob es geboten sei, den Eindringling einfach niederzuschlagen. Notwehr ist immer möglich, meint Müller, rät aber ab vom Versuch, den Täter festhalten zu wollen. Zu gefährlich. Alarmanlagen sind nicht nötig, meint der Experte, wenn die Einbruchshemmungen eingebaut sind. Nicht nur der materielle, auch der seelische Schaden, der durch das Eindringen Fremder in die eigene Wohnung entsteht, kann wirksam verhindert werden, indem man Einbrechern das Leben schwer macht.

Info Termine für eine Beratung zu Hause bekommen Interessierte beim Polizeipräsidium Reutlingen unter der Telefonnummer 0 71 21 / 942-1202

Polizeihauptmeister Markus Müller erklärte, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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