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Beugt ein schärferes Waffenrecht vor?

Polizeigewerkschaft verlangt schärfere Kontrollen

Sportwaffen raus aus Privatwohnungen, fordern die Grünen nach dem Amoklauf. Die Polizeigewerkschaft lehnt dies ab. Sie sieht ein Kontrolldefizit.

21.09.2010
  • VON UNSEREN AGENTUREN

Rund zehn Millionen Waffen befinden sich in Deutschland nach Schätzungen in legalem Besitz. Eine aussagekräftige Statistik gibt es erst, wenn das für 2012 angekündigte Waffenregister eingeführt ist. Daneben gebe es etwa 20 Millionen illegale, nicht registrierte Waffen, sagt Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft. Wendt hält nichts von einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts. "Wir haben kein Gesetzes-, sondern ein Kontrolldefizit."

Der mit einer kleinkalibrigen Pistole begangene Amoklauf in Lörrach zeige, wie unsinnig die Diskussion über großkalibrige Waffen gewesen sei, sagte Wendt. "Im konkreten Fall hätte eine Kontrolle nichts verhindert, wenn die Waffen sicher verwahrt waren. Wenn jemand entschlossen ist, seine Waffe zu einer Tat zu nutzen, wird man das letztlich nicht verhindern können."

Dennoch sei es sinnvoll, die sichere Aufbewahrung von Waffen zu überprüfen. Denn dies sei auch eine psychologische Hemmschwelle. Nach Angaben Wendts sind die meisten legalen Waffen in den Händen von Sportschützen. Jäger, Förster und Polizisten machten nur einen geringen Anteil aus.

"Sportwaffen müssen ganz raus aus den Privaträumen", verlangt hingegen der Innenexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Wolfgang Wieland. "Wir bekommen nach jedem Amoklauf eine kleine Verschärfung des Waffenrechts. So auch nach Winnenden." Es geschehe nicht mehr, weil der Druck der Waffenlobby auf die Politik stark sei. Er könne nur appellieren, weitere Schritte im Waffenrecht zu gehen, sagte Wieland. Die Sportwaffen aus Privaträumen zu verbannen, sei zwar nicht von heute auf morgen möglich, weil dazu erst sichere Unterbringungsmöglichkeiten in den Schützenhäusern geschaffen werden müssten. "Aber das ist machbar mit einer Übergangszeit." Als Sofortmaßnahme fordern die Grünen eine getrennte Aufbewahrung von Waffen und Munition.

Sportwaffen können nach dem Gesetz zu Hause aufbewahrt werden. Einige Experten halten sie dort für sicherer als im Waffenschrank eines Vereins. Nach dem Amoklauf von Winnenden wurde das Waffenrecht auch dahingehend verschärft, dass die Behörden schärfer überprüfen sollen, ob der Inhaber eines Waffenscheins diesen tatsächlich benötigt. Karl Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, pflichtet seinem Kollegen Wendt zwar bei, dass sich Tragödien wie in Lörrach auch mit schärferen Gesetzen nicht verhindern lassen. Er plädiert aber beim Erteilen der Erlaubnis zum Führen einer Waffe für gründlichere Einigungsprüfungen.

Polizeigewerkschaft verlangt schärfere Kontrollen
Mit solch einer Kleinkaliber-Sportschützenwaffe war die Lörracher Anwältin unterwegs, erläuterte der Einsatzleiter der Polizei, Michael Granzow. Foto: dapd

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21.09.2010, 12:00 Uhr
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