Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Abschreckung

Polens Regierung liebäugelt mit Nuklearwaffen

Atomwaffen der Nato in Polen? Der neue Vize-Verteidigungsminister Tomasz Szatkowski hätte das gerne. Die USA aber geben sich reserviert.

09.12.2015
  • JENS MATTERN

Polens Regierung "erwägt konkrete Schritte", das Nato-Programm "Nukleare Teilhabe" zu beantragen. Das hat der stellvertretende Verteidigungsminister Tomasz Szatkowski letzte Woche im Fernsehen gesagt. Polen würde so Nuklearwaffen von der USA "ausgeliehen" bekommen, um die angrenzende Nuklearmacht Russland abzuschrecken.

Wie ernst das Ansinnen ist, bleibt unklar. Das Verteidigungsministerium teilte per Presseerklärung mit, es gebe keine derartige Überlegung. Aus der seit Mitte November regierenden "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) aber gibt es Stimmen, die für die nukleare Aufrüstung plädieren.

Verteidigungsminister Antoni Macierewicz schweigt bisher. Sein Vorgänger Tomasz Siemoniak von der "Bürgerplattform" (PO) hingegen ist entsetzt. "Über Sicherheitsfragen spricht man nicht über Medien", sagte er. "Das führt zu konkreten Schäden." Sollte Polen weiter an Glaubwürdigkeit verlieren, würden die Verbündeten dem Land nicht mal eine Playstation ausleihen.

Sicher ist, dass die neue Regierung, die vom PiS-Parteichef Jaroslaw Kaczynski dominiert wird, umfangreich aufrüsten will. Sie hofft, dass der nächste US-Präsident Nato-Basen an der Weichsel zustimmen wird. Die Regierung Barack Obamas lehnt das ab. Die USA haben das letzte Wort über das Nato-Programm "Nukleare Teilhabe".

Der Wunsch nach Aufrüstung hat einen realen Hintergrund: Polen wie das Baltikum fühlen sich von russischen Iskander-Raketen in der Enklave Kaliningrad bedroht.

Andererseits gilt das Verteidigungsministerium der neuen Regierung als problematisch. Das liegt vor allem an Macierewicz. Er neigt zu Konspirationstheorien. Als seine wichtigste Mission gilt, den Flugzeugabsturz von Smolensk "aufzuklären", bei der Präsident Lech Kaczynski und 95 Begleiter starben. Macierewicz und andere in der Regierungspartei gehen von einem Anschlag aus.

Russland reagiert verärgert. "Russia Today" kolportiert, die Nuklearpläne Polens seien bereits konkret. Und Alexander Grushko, der ständige Vertreter Russlands in der Nato, verweist auf das Abkommen zwischen der Nato und Russland von 1997. Es verbietet, Nuklearwaffen in ehemaligen Staaten des Warschauer Pakts aufzustellen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.12.2015, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular