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Trauerzug geplant

Polen wollen getöteter Frau gedenken

Die tödliche Attacke eines anerkannten Asylbewerbers in Reutlingen vom Sonntag hat bei Reutlinger Flüchtlingshelfern Entsetzen ausgelöst. Auch in Polen wird der Fall heftig diskutiert.

26.07.2016

Von dem

Reutlingen. Die polnische Presseagentur (PAP) berichtet ausführlich über das Tötungsdelikt, dem eine 45-jährige Polin aus einer Reutlinger Teilgemeinde zum Opfer gefallen ist (wir berichteten). Die Agentur meldet auch, die Parlaments-Partei „Kukiz 15“ wolle, dass der Täter nach Polen ausgeliefert und dort verurteilt wird. PAP schreibt weiter, dass hiesige Polen nach der tödlichen Attacke mit einem Dönermesser für Samstag einen Trauermarsch in Reutlingen planen.

Laut Pressesprecher Wolfgang Löffler weiß die Stadt Reutlingen davon allerdings noch nichts: „Es liegt kein Antrag auf eine Genehmigung vor.“ Das polnische Generalkonsulat in München habe sich in dieser Sache aber auch schon bei der Stadt informiert. Sollte es zu dem Trauerzug kommen, würde ein Vertreter des Generalkonsulats zu der Veranstaltung anreisen.

Günter Jung vom Leitungsteam der Reutlinger Arbeitskreise für Flüchtlinge war wie viele andere Helfer „hell entsetzt“, als er am Sonntag von der Tat erfahren hat. „Es ist nicht auszuhalten, was das für eine Dynamik über Nizza, München, Reutlingen und Ansbach aufnimmt“, sagt Jung. Er will sich trotzdem weiter engagieren: „Wir müssen mit kühlem Herzen weitermachen und dürfen nicht überreagieren, damit der Rechtsstaat nicht vor die Hunde geht.“

Gleichwohl befürchtet Jung durchaus, dass manche Ehrenamtliche vielleicht nicht mehr so unbefangen mit syrischen Flüchtlingen umgehen könnten. Obwohl es für eine abschließende Beurteilung noch zu früh sei, befürchtet der Reutlinger allerdings nicht, dass die Stimmung massiv gegen Flüchtlinge kippen könnte.

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Erstellt:
26. Juli 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
26. Juli 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2016, 01:00 Uhr

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