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Studie

Platte statt Pille

Musik kann heilende Wirkung für Seelenleiden haben - falsch eingesetzt aber auch Angstzustände verstärken. Was Musikliebhaber schon immer geahnt haben, konnten nun Wissenschaftler zumindest ansatzweise bestätigen.

29.10.2015
  • ANDRÉ ANWAR

Musikhören kann einen tiefgreifenden und möglicherweise langfristigen Effekt auf den emotionalen Zustand des menschlichen Gehirns haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der drei finnischen Universitäten Helsinki, Jyväskylä und Aalto, die im "Frontiers in Human Neuroscience" veröffentlicht wurde. Grundsätzlich sei es sehr unterschiedlich und oft paradox, welche Musik wem hilft. "Viele frühere Studien zeigen, dass Menschen wirkliche Freude aus dem Hören trauriger Musik ziehen können, ohne dadurch depressiv zu werden. Bei einigen hilft sie sogar, glücklicher zu werden", sagte Emily Carlson von der Universität Jyväskylä dem finnischen Sender YLE.

Dennoch konnten die Forscher einige Grundtendenzen ausmachen. Die Studie wurde mit Filmmusik durchgeführt, weil dieses Genre dazu gedacht ist, Gefühle hervorzurufen. Die Reaktionen der Teilnehmer auf die unterschiedlichen Proben wurden dann mit psychologischen Tests und magnetischen Resonanzbildern des Gehirns gemessen.

"Unsere Studie zeigt generell, dass es eine Verbindung gibt zwischen dem Hören von Musik, die negative Gefühle ausdrückt und einem Zustand von schlechterer mentaler Gesundheit", so Carlson. Das stimme auch mit der Praxis überein. "Als Musiktherapeutin habe ich festgestellt, dass Patienten, die an Depressionen leiden und mit dem Gefühl kämpfen, keine Kontrolle über ihre Stimmungen zu haben, durch das Hören von unruheeinflößender Musik ihre Depressions- und Angstgefühle steigern."

Die Studie zeigt auch, dass es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Vor allem bei Männern, die emotional labil sind, nahmen Zeichen von Angst deutlich zu, wenn sie aggressive oder traurige Musikproben hörten.

Richtig genutzt, könnte Musik bei psychischen Erkrankungen daher eine wichtige Ergänzung zu Tabletten sein. Und wie bei Tabletten gilt auch hier: Auf die Dosis kommt es an.

Platte statt Pille
Foto: © kebay/Fotolia.com

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29.10.2015, 12:00 Uhr
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