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Plastikmüll: Deutschland schneidet schlecht ab
Übereinandergestellt 16 Mal von der Erde bis zum Mond: Die Deutschen verbrauchen Unmengen an Plastikflaschen. Foto: dpa
Studie

Plastikmüll: Deutschland schneidet schlecht ab

Die Menge an Kunststoffverpackungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Aber zumindest beim Recycling liegt die Bundesrepublik im EU-Vergleich recht weit vorne.

23.11.2017
  • MICHAEL GABEL

Berlin. Tomaten in Schachteln, Getränke im Tetrapack, Süßigkeiten in Kleinstportionen – in den Supermärkten werden immer mehr Waren nur noch in Kunststoffverpackungen angeboten. Das hat Folgen: Innerhalb von zehn Jahren ist der Plastikverbrauch der Deutschen nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) um 29 Prozent auf 37 Kilogramm pro Jahr gestiegen. Dies seien sechs Kilogramm mehr als im EU-Durchschnitt. Nur in Irland (61 Kilo), Luxemburg (52 Kilo) und Estland (46,5 Kilo) fällt mehr Plastikmüll an.

Nach Einschätzung des IW ist Plastik eine ebenso große Gefahr für das Ökosystem Erde wie das Treibhausgas Kohlendioxid, „weil es kaum verrottet und über die Nahrungskette in Pflanzen, Tiere und Menschen gelangt“. Weltweit werde immer mehr Plastik produziert. „2015 waren es 322 Millionen Tonnen und damit fast siebenmal so viel wie in den 1970er Jahren“, teilt das Institut mit.

Als positiv bewerten die Experten, dass in Deutschland immerhin etwa die Hälfte des Verpackungsmülls in der Gelben Tonne landet und wieder aufbereitet wird; im EU-Durchschnitt beträgt dieser Wert nur rund 40 Prozent. In Ländern wie Griechenland, Polen und Lettland werden Plastikverpackungen dagegen überdurchschnittlich oft zur Deponie gebracht. Von dort gelangen die schädlichen Stoffe in die Luft, in die Flüsse und am Ende oft ins Meer, wo sie riesige Plastikteppiche bilden.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie verweist darauf, dass ein Großteil des anfallenden Plastikmülls dank des Dualen Systems wiederverwertet werde. Dass die Abfallmenge zunimmt, erklärt Vize-Hauptgeschäftsführer Peter Feller damit, dass es in Deutschland immer mehr Ein- und Zweipersonenhaushalte gebe. „Und die verlangen kleinere Verpackungsgrößen“, betont er.

Laut IW beziehen sich die Kiloangaben auf den gesamten Plastikabfall, der entlang der Wertschöpfungskette in Industrie und Handel anfällt. Der hohe Wert in Irland hänge mit der dort im Durchschnitt recht jungen Bevölkerung zusammen. Diese neige zu einem übermäßig hohen Verzehr von Fertigprodukten. In Deutschland sieht das IW den Grund für den hohen Verbrauch vor allem darin, dass bei Getränkeverpackungen der Mehrwertanteil immer mehr zurückgeht.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert einen Ausbau des Pfandflaschensystems. „Pro Jahr fallen in Deutschland so viele Plastikflaschen an, dass sie übereinander gestellt 16 Mal von der Erde bis zum Mond reichen würden“, sagt Mitarbeiter Thomas Fischer. Außerdem kritisiert er, dass Verpackungen immer mehr als Marketinginstrumente eingesetzt würden – „um Aufmerksamkeit zu erregen und das Produkt in Szene zu setzen“. Die Verbraucher fordert er auf, da nicht mitzuspielen. So sollten sie etwa keine Kaffeekapseln kaufen und bei Obst und Gemüse immer zu unverpackter Ware greifen. Michael Gabel

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23.11.2017, 06:00 Uhr
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