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Planet der Affen: Survival

Planet der Affen: Survival

Die düstere Geschichte vom Aufstand der Affen gegen ihre menschlichen Unterdrücker geht in die dritte Runde.

Planet der Affen: Survival

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War for the Planet of the Apes
USA 2017

Regie: Matt Reeves
Mit: Andy Serkis, Judy Greer, Woody Harrelson

140 Min. - ab 12 Jahren

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16.06.2017
  • Klaus-Peter Eichele

Drei Jahre zwischen zwei Folgen sind eine lange Zeit, also rekapitulieren wir mal: Im ersten Teil der wiederbelebten Science-Fiction-Saga haben sich intelligent gewordene Laboraffen aus der Unterdrückung durch den Homo sapiens befreit und ein eigenes Gemeinwesen in den Wäldern gegründet. Im zweiten kommt es, forciert durch ein Zerwürfnis unter den Tieren, zum Krieg zwischen den Spezies‘. Eingangs des dritten stehen die Menschen dank ihrer militärtechnischen Überlegenheit kurz vor dem totalen Sieg. Ihre Armee treibt die Affen durch die Wälder vor sich her und belagert deren letzten Außenposten, wo der alte, schon etwas grau gewordene Anführer Caesar vor den Trümmern seines Traums einer friedlichen Koexistenz steht.

Denn dieses Modell wechselseitiger Toleranz kann oder will die vom Krieg und allerlei Seuchen verrohte Menschheit nicht akzeptieren. Was aus der Krone der Schöpfung geworden ist, zeigt schon der erste Blick auf die angreifende Soldateska. Es handelt sich weniger um eine reguläre Armee als um ein Todesschwadron, eine Bande moralisch verwahrloster Milizionäre, die ihren Gegner nicht nur militärisch bezwingen, sondern vollständig vernichten will. An ihrer Spitze steht mit dem kahl geschorenen Colonel (Woody Harrelson in seiner ewigen Paraderolle) ein Warlord von unverhohlen faschistischer Gesinnung. Sein perfider Plan sieht vor, die Affen, ehe sie ausgerottet werden, in ein Konzentrationslager zu pferchen und als Arbeitssklaven zu missbrauchen.

Während die Menschen in „Survival“ also zu reißenden Bestien, die nur Wut und Hass kennen, herabgesunken sind, repräsentieren die Schimpansen, Gorillas und Orang Utans das Menschliche. Das zeigt sich schon an der großen Spannweite der Gefühle, zu denen sie, begünstigt durch eine einmal mehr großartige Tricktechnik, fähig sind. Im Verlauf der Mission, ihre Artgenossen aus der Knechtschaft zu befreien, retten Caesar und seine Gefährten sogar ein stummes Menschenmädchen vor dem sicheren Tod. Damit das nicht allzu pastoral wirkt, gibt es aber auch Verräter unter den Affen, und Caesars Rachdurst gegenüber dem Colonel, der den Großteil seiner Familie ermorden ließ, nimmt zuweilen Züge von Besessenheit an.

So düster diese parabelhafte Geschichte über weite Strecke ist, so erfrischend abwechslungsreich wird sie von Regisseur Matt Reeves, der schon den zweiten Serienteil verantwortet hat, verabreicht. Äußerst geschmeidig bewegt sich der Film durch die unterschiedlichsten Genres: vom Dschungelkriegsepos über den Schneewestern und das postapokalyptische Roadmovie bis zum Gefängnisausbruchsdrama. Mit der neuen Figur des furchtsamen Ex-Zooaffen „Bad Ape“ kommt sogar Komik zum Zug, während harte Action wie gehabt rar gesät ist. Daneben geizen die Autoren nicht mit Querverweisen auf geschichtliche und mythologische Ereignisse, sei‘s der Vietnamkrieg (der Colonel ist ein Wiedergänger des Majors Kurtz aus „Apocalypse Now“) oder das Alte Testament (der Exodus ins gelobte Land).

Nach dem etwas schwächeren Mittelteil ist „Survival“ der gorillastarke Abschluss der besten Dystopie-Serie, die Hollywood in den letzten zehn Jahren auf den Weg gebracht hat.

Düster mit Hoffnungsschimmern, bildgewaltig, erzählerisch opulent – Hollywoodkino at it‘s best.

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16.06.2017, 11:11 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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