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Plädoyer für die Schwaben

Erst poltert Bundestagsvizepräsident Thierse über die Schwaben, dann moniert er, dass diesen der Humor fehlt. Ob es wirklich daran liegt?

02.01.2013
  • ELISABETH ZOLL

Berlin Nein, Herr Thierse, das haben die Schwaben nicht verdient. Dass Sie als Bundestagsvizepräsident und damit als einer der höchsten Repräsentanten des Landes so über uns und unsere liebgewordenen Gewohnheiten herziehen lässt uns an der Weltoffenheit der Berliner im allgemeinen und Ihrer im besonderen nachhaltig zweifeln. Was haben Sie sich nur dabei gedacht, als bleibender Weltstädter und scheidener Bundespolitiker so über fleißige Migranten aus dem Südwesten herzuziehen?

Wir lieben unsere "Wecken" und unseren "Zwetschgendatschi" so sehr, dass wir sie und ihn - sprachlich und kulinarisch - auch in der Fremde nicht missen wollen. Nur von der Kehrwoche als kulturelles Erbe distanzieren wir uns. Vor allem in der Fremde. Manch einen hat das strenge, meist samstägliche Diktat ja erst in die Flucht geschlagen. Sollte Ihnen das entgangen sein? Wir können es kaum glauben.

Auf ein wenig Nachsicht werden wir doch wohl hoffen dürfen. Schließlich bildet sich die Hauptstadt nicht wenig ein auf ihre Toleranz gegenüber Zugezogenen aller Art. Wie können da die paar Schwaben, die sich bevorzugt im Szeneviertel Prenzlauer Berg in mehr oder weniger geschlossenen Heimatverbänden niederlassen, zu solch Tiraden verleiten?

Wir - ganz allgemein gesprochen - kommen ja nicht mit leeren Händen nach Berlin. Schließlich wird im Südwesten mit harter Arbeit verdient und über den Länderfinanzausgleich nach Berlin geschaufelt, was dort in cooler Geste lässig unters Volk gebracht wird.

Dankbar sollten die Berliner den Schwaben sein, sagt der aus Bad Urach stammende Grünen-Chef Cem Özdemir. Schließlich kommen aus dem Südwesten nicht nur Münzen und Scheine, sondern auch Menschen, die zupacken wollen. Mit Blick auf den neuen Flughafen sage keiner, dass das nicht nötig ist.

Doch wer will schon dankbar sein, zumal wenn man sich selbst zu den Weltbesten (im Partyleben) zählt? Man hätte es lieber so wie bei Verwandten: Der reiche Onkel kommt, kurz(!), beschenkt die staunende Verwandtschaft und geht. Schnell. Wir lernen: Es ist nicht leicht, schwabenfreundlich zu sein, wenn man sich unterlegen wähnt.

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02.01.2013, 12:00 Uhr
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