Stuttgart

Plädoyer für Wechselmodell an Schulen: Runder Tisch geplant

Schüler im Südwesten sollen nach Ansicht von SPD, Lehrerverband GEW und Landeselternbeirat (LEB) ab kommender Woche Wechselunterricht erhalten.

04.01.2021

Von dpa/lsw

Stuttgart. Dabei soll jeweils die Hälfte einer Klasse einen Tag die Schulbank drücken und einen Tag betreut von pädagogische Assistenten Aufgaben selbstständig lösen. Dieses Konzept solle vorerst ab kommender Woche bis Ende Januar für die Schüler der ersten bis siebten Klasse verwirklicht werden, forderten die Verbandsvertreter und SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch am Montag. LEB-Landeschef Michael Mittelstaedt sagte: „Nur so können wir Unterricht aufrechterhalten, Gesundheitsschutz gewährleisten und Eltern von Betreuungsarbeit entlasten.“

Wenig später wurde bekannt, dass Deutschlands Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie voraussichtlich länger als bislang geplant geschlossen bleiben. Das beschlossen die Kultusminister der Länder am Montag in einer Schaltkonferenz, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin mitteilte. Aufgrund des Infektionsgeschehens müssten unter Umständen die im Dezember beschlossenen Maßnahmen in Deutschland oder in einzelnen Ländern fortgeführt werden. Sollte es die Situation in einzelnen Ländern erlauben, sei die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Stufen möglich.

Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte vor den Gesprächen mit ihren Kollegen betont, Kindergärten und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder öffnen zu wollen. Die CDU-Politikerin wollte das bislang unabhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen durchsetzen. Jetzt spricht sie von flexiblem Handeln - je nach regionaler Infektionslage und nach Alter der Kinder und Schulart. SPD-Mann Stoch sagte mit Blick auf die frühere Position Eisenmanns: „Wir halten das für unverantwortbar.“

GEW-Landeschefin Monika Stein, wies darauf hin, dass in vielen Familien die Lernbedingungen nicht optimal seien. Gerade für diese Kinder sei es sinnvoll, im Rahmen eines Wechselmodells eine Betreuung während der selbstständigen Arbeit an Aufgaben anzubieten. Diese könne in einem Raum der Schule, eines Vereins oder der Stadt verortet sein. Die Nutzung der Räume müsse vom Land finanziert werden.

Die höheren Klassenstufen sollen nach Vorstellungen der Verbände und der SPD Fernunterricht kombiniert mit Wechselunterricht oder nur Wechselunterricht anbieten können. Für Grundschullehrer forderten sie verbindlich FFP2-Masken wie sie in den weiterführenden Schulen schon genutzt werden.

Wegen aus ihrer Sicht mangelhafter Dialogbereitschaft des Kultusministeriums wollen SPD, GEW und LEB einen Runden Tisch aus der Taufe heben. Alle am Schulwesen Beteiligten sollten dabei eine längerfristige Planungsperspektive für den Schulbetrieb in der Pandemie erarbeiten.

Zum Artikel

Erstellt:
4. Januar 2021, 16:38 Uhr
Aktualisiert:
4. Januar 2021, 16:38 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Januar 2021, 16:38 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App