Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Pilotenfehler, Technikdeffekt oder Sturmböen?
Trümmerteile der im russischen Rostow abgestürzten Boeing 737-800. Bei dem Unglück am Samstag starben 55 Passagiere und 7 Crewmitglieder. Foto: dpa
Russland trauert um 62 Tote nach Flugzeugabsturz in Rostow - Ursache noch ungeklärt

Pilotenfehler, Technikdeffekt oder Sturmböen?

Dramatische Szenen am nächtlichen Sturmhimmel über Russland: Einige Flugzeugpiloten riskieren die Landung, andere weichen aus. Ein Pilot kreist lange, startet zwei Versuche - dann stürzt der Flieger ab.

21.03.2016
  • FRIEDEMANN KOHLER, DPA

Rostow. . Russland trauert um 62 Opfer einer Flugzeugkatastrophe in Rostow am Don. Eine Boeing 737-800 aus Dubai stürzte am Samstag bei Sturm auf den Flughafen der Millionenstadt 1000 Kilometer südlich von Moskau. Die Maschine zerschellte in einem Feuerball, Überlebende gab es nicht. Das Unglück geschah, als der Pilot einen zweiten Landeanflug abbrechen wollte. Während Experten gestern nach der Ursache suchten, legten Trauernde in Rostow Blumen nieder und verharrten schweigend vor Tafeln mit den Namen der Opfer.

Die Maschine gehörte dem Billigflieger FlyDubai, nach dessen Angaben 55 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder an Bord waren. Die meisten waren russische Touristen auf dem Heimflug vom Persischen Golf. Die zwei Flugschreiber der fünf Jahre alten Boeing wurden gefunden und zur Auswertung nach Moskau gebracht.

Der Sturm über Südrussland in der Nacht auf Samstag traf mehrere Flugzeuge. Einige landeten in Rostow - wobei Passagiere berichteten, sie hätten in den Böen Todesangst ausgestanden. Ein Airbus der russischen Aeroflot aus Moskau versuchte dreimal zu landen und wich dann nach Krasnodar aus, etwa 250 Kilometer entfernt. Dorthin wurde auch ein Flugzeug von Czech Airlines aus Prag umgeleitet. Eine Maschine aus Istanbul kehrte um.

Die Boeing aus Dubai hatte der Pilot nach einem missglückten Anflug zunächst zwei Stunden über der Region kreisen lassen, er hielt mit dem Tower Kontakt wegen der Wetterlage. Eigentlich habe der Kapitän auch den verhängnisvollen zweiten Anflug abbrechen wollen, berichtete der TV-Sender Rossija24 unter Berufung auf Ermittler. "In dem Moment, als er eine weitere Schleife fliegen wollte, ist etwas geschehen, und die Maschine ist abgestürzt", sagte ein Korrespondent.

Gegen 3.40 Uhr Ortszeit (1.40 Uhr MEZ) schlug die Maschine steil mit dem Bug voran 250 Meter von der Landebahn entfernt auf. Die Aufnahme einer Überwachungskamera zeigt eine Stichflamme und dann einen Feuerball. Nach russischer Einschätzung könnte der Absturz durch Seitenwindböen, einen technischen Defekt oder Pilotenfehler ausgelöst worden sein. Der Chef von FlyDubai, Ghaith Al Ghaith, bat am Sonntag auf Facebook um Zeit für die notwendigen Ermittlungen.

Als Soforthilfe stellte die Fluggesellschaft den Familien jedes getöteten Passagiers 20 000 Dollar (umgerechnet etwa 17 750 Euro) in Aussicht. Die Fluggäste waren nach Angaben von FlyDubai 33 Frauen, 18 Männer und 4 Kinder. Neben Russen saßen acht Ukrainer, zwei Inder und ein Usbeke in der Maschine. Die Besatzung von Flug FZ981 kam unter anderem aus Griechenland, Spanien, Zypern, Russland und Kirgistan.

Russland durchlebte zum zweiten Mal binnen kurzem solche Szenen: Ende Oktober 2015 war ein Touristenjet mit 224 Menschen nicht nach St. Petersburg zurückgekehrt, sondern wegen eines Anschlags über dem Sinai in Ägypten abgestürzt.

In Rostow bargen Hunderte Rettungskräfte auch am Sonntag Opfer und Trümmerteile. Die Toten wurden in die Gerichtsmedizin der Millionenstadt gebracht. "Der Prozess der Identifizierung wird nicht länger als zwei Wochen dauern", sagte der russische Verkehrsminister Maxim Sokolow.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

21.03.2016, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular