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Piëch baut Calwer Passage um
Die denkmalgeschützte Einkaufsmeile, die der Calwer Passage ihren Namen gegeben hat, soll erhalten bleiben. Foto: Ferdinando Iannone
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Piëch baut Calwer Passage um

Eigentümer-Hoding lässt den vorderen Teil des Geschäfts- und Bürokomplexes abreißen und bis 2020 durch ein siebengeschossiges Gebäude ersetzen.

27.09.2017
  • RAINER LANG

Stuttgart. Zwei zentrale Bauvorhaben in Stuttgarts Innenstadt stehen vor der Umsetzung. Gestern wurden die Pläne für den Neubau der Calwer Passage am Rotebühlplatz und für das zweite Hochhaus im Europaviertel hinter dem Hauptbahnhof im Städtebau-Auschuss des Gemeinderats vorgestellt. Mit viel Spannung erwartet haben die Stuttgarter, wie die Ferdinand-Piëch-Holding das vor vier Jahren erworbene Areal der Calwer Passagen neu gestalten will.

Unbestritten ist auch bei den Ausschussmitgliedern die „städtebauliche Bedeutung“ des Areals. Schon der von Büro Kammerer, Belz und Partner konzipierte und 1978 fertiggestellte Kupferbau stellte ein markantes Tor zur Innenstadt dar. Nach dem vorgelegten Konzept soll es bei der bisherigen gemischten Nutzung mit Büros, Einzelhandel, Cafés und Wohnen bleiben.

„Wir wollen festhalten an den kleinteiligen inhabergeführten Läden“, versicherte Frank Beling. Für den Geschäftsführer der Piëch-Holding soll sich das Quartier mit 20 Ladengeschäften „in Zukunft deutlich distanzieren von den Filialisten und großen Einkaufszentren“. Dieses Konzept sei mit dem bis Mitte 2018 verlängerten Projekt Fluxus zur Zwischennutzung der Passage schon erfolgreich getestet worden.

Durchgang wird verlängert

Die Basis für die „Verwirklichung eines lebendigen, attraktiven und vielseitigen Quartiers“ ist nach Worten von Ferdinand Piëch die Vermietung der neuen Büroflächen. Als Hauptmieter gewonnen wurde die bisher in Degerloch ansässige Anwaltssozietät CMS Hasche Sigle, die 10 000 Quadratmeter pachtet. Außerdem werden 17 Wohnungen entstehen, fünf mehr als bisher. Als Herausforderung bezeichnete es Beling, „den Neubau mit dem Denkmalschutz in Einklang zu bringen“.

So bleibt die heute denkmalgeschützte Calwer Passage mit Rotunde und Glasdach erhalten. Sie wird während der Bauphase, die bis Ende 2020 abgeschlossen sein soll, abgebaut und eingelagert. Der Durchgang wird bis in die „Lange Straße“ verlängert, was schon der alte Bebauungsplan vorsah. Zur Theodor-Heuss-Straße und zum Rotebühlplatz hin wird der bisherige Kupferbau durch einen siebengeschossigen Neubau ersetzt. Einbezogen in die Neugestaltung werden der Calwer Platz, die Außenflächen und der Zugang zur Stadtmitte.

Dem Wunsch der Stadt entsprechend wird besonderer Wert auf die Begrünung der Fassade gelegt. Dafür gab es sogar einen gesonderten Wettbewerb, den das Düsseldorfer Büro „ingenhofen architekts“ gewonnen hat.

Der hohe Anteil von Grün an Fassade und Dach soll zur Verbesserung der Luftqualität, zur Kühlung und Lärmreduktion beitragen. Schließlich, so die Planer, sei die Theodor-Heuss-Straße eine der letzten Straßen Stuttgarts mit einer Lärmbelastung von bis zu 75 Dezibel.

Die Einbindung des Projekts in die Umgebung ist nach Ansicht des Gremiums bislang nicht gelungen. Der Zugang zum neuen Quartier solle ebenso verbessert werden wie die Verknüpfung mit dem schräg gegenüberliegenden Rotebühlzentrum. Dafür will die Stadt jedoch mit einem „Konzeptentwurf für den öffentlichen Raum“ sorgen, wie Baubürgermeister Peter Pätzold versicherte. Überlegt wird, die Theodor-Heuss-Straße auf zwei Spuren zurückzubauen mit Radweg und Parkplätzen an der Seite. Außerdem könne der Rotebühlplatz, der früher Teil des Cityrings war, als Verkehrsknoten verkleinert werden. So könnten die Gebäude „ein üppiges Vorfeld bekommen“.

Als weiteres Großvorhaben steht der Bau eines zweiten, 60 Meter hohen Hochhauses im Europaviertel an auf einem von der Strabag erworbenen Gelände. Im Wettbewerb setzte sich das Architekturbüro Rhode, Kellermann, Wawrosky aus Düsseldorf durch. Um die Weinberge widerzuspiegeln, erhält die Fassade Natursteine und Weinreben. Dasselbe Gespann von Investor und Architekten hat das Einkaufszentrum Milaneo realisiert.

Diese Außengestaltung kritisierten Mitglieder des Ausschusses als zu verspielt und eher auf Show-Effekte als auf Nachhaltigkeit angelegt. Überhaupt wurde im Städtebauausschuss deutlicher Unmut laut. Die Mitglieder wollen nicht länger mit nahezu fertigen Konzepten konfrontiert werden, sondern „viel früher strategisch über städtebauliche Zielsetzung diskutieren“.

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27.09.2017, 06:00 Uhr
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