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Phänomen gegen Legenden
Trotz Sonderbewachung bricht Dennis Schröder immer wieder durch die gegnerische Verteidigung und kommt frei zum Korb. Foto: Imago
Basketball

Phänomen gegen Legenden

Die deutsche Nationalmannschaft um Dennis Schröder geht selbstbewusst ins EM-Viertelfinale. Dort wartet der mit NBA-Stars gespickte Titelverteidiger Spanien.

12.09.2017
  • DPA

Istanbul. Selbst das Viertelfinalduell mit den schier unbezwingbaren Spaniern kann den Glauben von Dennis Schröder & Co. an die ganz große EM-Sensation nicht erschüttern. Mit einem Sieg über den absoluten Goldfavoriten wollen die deutschen Basketballer ihren Höhenflug auf dem Weg zur ersten Medaille seit den Zeiten von Dirk Nowitzki fortsetzen. „Sie haben es über Jahre gezeigt, sie hatten großartige Karrieren in der NBA, sie sind Legenden“, schwärmte Schröder vor dem heutigen Showdown (17.45 Uhr/Telekom Sport) vom Team um Superstar Pau Gasol. „Aber wir sind hier, um zu alles zu geben und Spiele zu gewinnen.“

Geschlossen verfolgte die Auswahl von Bundestrainer Chris Fleming im Sinan Erdem Dome den erst am Ende souveränen 73:56-Achtelfinalerfolg der Iberer über Gastgeber Türkei. Danach zollte der Titelverteidiger dem deutschen Überraschungsteam großen Respekt – und warnt vor dessen Anführer. „Schröder ist ein Phänomen, für Momente hat es den Anschein, dass er einfach nicht zu decken ist“, betonte Spaniens Erfolgscoach Sergio Scariolo. „Jeden großartigen Spieler musst du als Team stoppen, wir müssen ihn attackieren“, erklärte Center Marc Gasol die Defensivstrategie gegen den zweitbesten Werfer des Turniers.

Für das deutsche Team liegt der Schlüssel in der Verteidigung der Gasols und des zweiten Brüderpaars, Juancho und Willy Hernangómez, die unter den Körben dominieren. Insgesamt sechs Spieler aus dem stargespickten Kader verdienen ihr Geld in der NBA. Seit der Ära von Pau Gasol holte Spanien zehn internationale Medaillen, will in Istanbul sein viertes EM-Gold seit 2009. „Eine machbare Aufgabe für uns“, befindet Coach Fleming dennoch. „Am Ende ist es relativ egal, ob du Vierter oder 14. wirst. Jetzt geht‘s um was.“

Dieses Vertrauen in die eigene Stärke, das Schröder als Anführer vorlebt, hat das deutsche Team zusammengeschweißt. Und doch bietet der kommende Gegner noch Vorbildcharakter. „Spanien ist das Nonplusultra im europäischen Basketball“, konstatiert Center Johannes Voigtmann, der für Vitoria in der nationalen Topliga Europas spielt. „Ihre allergrößte Stärke ist die Eingespieltheit. Wir müssen gucken, dass wir da auch wieder hinkommen, dass wir so eingespielt sind. Das ist sehr viel wert.“ Das Duell an den Brettern mit den Gasol-Brüdern? „Eine schöne Aufgabe“, sagt der 2,11-Meter-Hüne schmunzelnd.

In der jüngeren Vergangenheit machte das deutsche Team allerdings keine positiven Erfahrungen mit der europäischen Über-Mannschaft des bisherigen Jahrhunderts. Vor fast genau zehn Jahren bekamen Nowitzki & Co. im EM-Viertelfinale von Madrid eine 55:83-Abreibung. Alle vergangenen acht Duelle mit Spanien gingen verloren – zuletzt unterlag die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds beim bitteren EM-Vorrundenaus 2015 in Berlin in letzter Sekunde.

Den bislang letzten Erfolg gegen die Spanier gab es auf dem Weg zu EM-Silber 2005. Gutes Omen: Bei allen drei bisherigen internationalen Medaillengewinnen feierte die deutsche Mannschaft einen K.o.-Rundensieg über die Iberer. dpa

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12.09.2017, 06:00 Uhr
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