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Im Brennpunkt

Pfiffe und Buhs gegen den Schlichter

Während drinnen im Rathaus der Stresstest zum Bahnprojekt Stuttgart 21 präsentiert und diskutiert wurde, versammelten sich die Gegner draußen.

30.07.2011

Von BETTINA WIESELMANN

Das Poster außen an der Rathausmauer hängt mit dem Segen von Oberbürgermeister Wolfgang Schuster: "Wofür soll die Stadt Geld ausgeben?", wird gefragt - um dann aufmunternd um die Teilnahme am ersten Stuttgarter Bürgerhaushalt zu werben. Auf dem Marktplatz davor weiß eine seit 9.30 Uhr anschwellende, nicht mehr ganz junge Demonstrantenschar ganz genau wofür kein einziger Cent ausgegeben werden soll: "Kein Protzbahnhof!", steht auf einem der vielen Anti-Stuttgart-21-Transparente.

"Es ist heute nicht der wichtigste Tag", ruft Walter Sittler, Wortführer des Bürgerprotests, den Bahnhofsgegnern vom Podium vor der riesigen Videowand zu, "der ist erst, wenn Stuttgart 21 endgültig abgesagt ist." Beifall brandet auf. Man hat eine abgeschlossene Meinung, die auch die Diskussion des Stresstests drinnen im Rathaus nicht erschüttern wird. "Zelebrierter Betrug" nennen sie die von mehreren Übertragungswagen in Bild und Ton festgehaltene Sitzung. Ohrenbetäubende Pfiffe, Buh- und Pfui-Rufe schallen über den Marktplatz als Moderator Heiner Geißler auf der Videoleinwand sichtbar wird und ein paar Sätze in die Kamera spricht. Sittler konstatiert zwar umgehend "wunderbare Unmutsäußerungen", bittet die vielen hundert Gegner aber "irgendwie an Euch zu halten, damit wir zuhören können." Am Abend dann "gibt es hoffentlich einen wunderbaren, gigantischen Schwabenstreich."

"Stresstest? Lächerlich" steht nicht nur auf einem Plakat. "Ach, ich hätt gar nicht kommen sollen", ruft eine ältere Frau zornig. Sie sei nur hier, "weil ich dazu gehöre", aber wenn sie den Geißler schon sehe. . . Längst traut man dem Fakten-Schlichter keine ehrliche Makler-Position mehr zu. Direkt vor dem Rathauseingang haben sich Kopfbahnhof-Streiter mit einem großen Transparent aufgebaut: "Wahrheit in Geißler-Haft" . Daneben handgemalt auf Pappkarton, der Apell an Regierungschef und Verkehrsminister: "Ihr Winfriede steht Eure Männer gegen S 21".

Vor einem ausrangierten Uralt-Wasserwerfer, beklebt mit dem "Oben-bleiben!"-Motto der Gegner richten sich sich Demonstranten auf mitgebrachten Campingstühlen ein. Andere statten sich gegen Geld mit Anti-S-21-Devotionalien aus: Buttons, Mützen, Taschen, T-Shirts. Durstige greifen zur K-21-Limo. "Herr schmeiß Hirn ra", steht auf vielen kleinen Plakaten. Meint ein Polizist lakonisch: "Das wärs."

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Erstellt:
30. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2011, 12:00 Uhr

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