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Pfullingens Fußgängerlift steht wegen hoher Betriebs- und Wartungskosten still

Pause für den Peoplemover

Seinerzeit als wegweisendes Versuchsprojekt in Pfullingen gestartet, entpuppt sich der Peoplemover immer mehr als Sorgenkind und ist nun vorerst außer Betrieb.

27.05.2009
  • Tina Pokern

<strong>Pfullingen.</strong> Als erster Fußgängerlift über eine vierspurige Straße wurde der Peoplemover 2001 an der Ortsdurchfahrt in Pfullingen eröffnet. Nur rund sieben Jahre war er in Betrieb, bis er nun von der Stadt aus ökonomischen Gründen vorübergehend abgestellt wurde.

Damals als Vorreiter für die Personenbeförderung von morgen vorgestellt, zeigte sich in den Folgejahren immer wieder die „Störungsanfälligkeit des Prototyps“, erklärt Karl-Jürgen Oehrle vom Stadtbauamt. Technische Störungen und Ausfallzeiten häuften sich, dazu kamen hohe Betriebs- und Wartungskosten.

Da es sich bei der Pfullinger Ortsdurchfahrt (B 312) bis 2004 um eine Bundesstraße handelte, förderte das Verkehrsministerium zunächst den Liftbau. Mit Fertigstellung der Umgehungsstraße wurde die Ortsdurchfahrt abgestuft und der Lift fiel, was die Unterhaltskosten angeht, an die Kommune. Diese muss die anfallenden Gelder nun im Alleingang bezahlen und ist dazu nicht länger bereit. Zwar seien die Kosten in den vergangenen Jahren nicht gestiegen, aber auf lange Sicht in diesem Umfang trotzdem nicht tragbar. „Wir hoffen auf eine Weiterentwicklung, damit die Betriebkosten gesenkt werden können,“ sagt Oehrle.

In Zusammenarbeit mit dem Peoplemover-Erfinder Emil Schmid aus Willmandingen und der Thyssen - Krupp AG, die für die Wartung des Geräts verantwortlich ist, möchte die Kommune nun die Technik verbessern und die Kosten optimieren.In Teamarbeit soll herausgefunden werden, welche technischen Möglichkeiten dafür zur Verfügung stehen und inwiefern sie sich umsetzenlassen. Danach wird entschieden, ob die Neuerungen in den finanziellen Rahmen der Stadt passen und angeschafft werden können.

Der Gemeinderat beschloss für die Zeit bis zu einer Entscheidung eine temporäre Stilllegung des Aufzugs. Wie lange diese Entwicklungsphase dauern wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Bürgermeister Rudolf Heß betont: „Ein Abbau des Peoplemovers wird momentan nicht in Betracht gezogen.“ Nicht nur, dass das Gerät vor allem für die Anwohner der Burgweg Siedlung eine wesentliche Erleichterung bei der Straßenüberquerung sei, es würde als modernes Stadttor auch zur Attraktivität Pfullingens beitragen. Genau deswegen hat sich die Stadt weder eine zeitliche Frist noch eine Budgetgrenze gesetzt. Stattdessen gibt es Überlegungen den Lift derweil als Werbefläche zu nutzen. So schlägt der Maschinenbauer Schmid vor: „Mit Werbung könnte man die Kosten ausgleichen.“

Bis der Peoplemover wieder zum Einsatz kommt, regelt eine traditionelle Ampelschaltung die Überquerung der Straße. Da die zwei weiteren Anlagen in Altbach bei Stuttgart und am Berliner Betriebsbahnhof Rummelsburg ohne Fehl und Tadel funktionieren, besteht durchaus Hoffnung, dass diese Übergangslösung nicht zur festen Einrichtung wird. Schließlich soll der Peoplemover nach Auffassung der Stadtverwaltung möglichst wieder seiner ursprünglich angedachten Aufgabe nachgehen – getreu seinem Slogan: „Drüber weg statt mitten rein“.

Pause für den Peoplemover
Nichts geht mehr: Weil sich der Peoplemover als störungsanfällig erwies und die Wartung zu viel Geld kostet, wurde der Betrieb vorläufig eingestellt. Bild: Faden

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27.05.2009, 12:00 Uhr
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