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Rauchmelder in jedem Pflegeheim gefordert

Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz-Stiftung stellt Aktionsplan auf

Bei rund 50 Bränden in Senioreneinrichtungen im Jahr sterben etwa 20 Bewohner und mehr als 100 Menschen werden verletzt. Ein einheitliches Brandschutzkonzept existiert in Deutschland dennoch nicht.

09.02.2012

Von YVONNE WEIRAUCH

Stuttgart Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz-Stiftung hat nun in Stuttgart den Aktionsplan "Deutschlandweiter Brandschutz rettet Pflegebedürftige" für Bund und Länder vorgelegt. "Es gibt keinen Sonderbau in Deutschland, in dem mehr Todesopfer durch Feuer zu beklagen sind als in Pflegeheimen. Selbst Lagerhallen sind besser geschützt", sagt Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz-Stiftung. Brandschutz sei kein Spezialthema, betont Brysch. "Es muss etwas unternommen werden." Aber: Ohne politischen Druck laufe nichts.

In Deutschland leben mehr als 700 000 Menschen in 11 000 stationären Pflegeeinrichtungen. Etwa 60 Prozent der Brände entstehen zwischen 19.30 Uhr abends und 6 Uhr morgens. 70 Prozent der Brandopfer werden im Schlaf überrascht. "Gerade nachts ist nicht gewährleistet, dass ausreichend Pflegepersonal vorhanden ist", sagt Brysch. Deshalb fordere man unter anderem, dass in Pflegeheimen nachts mindestens zwei Pflegekräfte pro Abteilung anwesend sein müssen. "Denn nur so ist gewährleistet, dass im Brandfall eine Sofortrettung der betroffenen Bewohner erfolgen kann."

Außerdem müssten Betriebsgenehmigungen geprüft werden und man sollte sich einen Überblick über die vorhandenen Brandschutzmaßnahmen in allen Heimen und Pflegeeinrichtungen verschaffen. "Betreutes Wohnen darf kein Sicherheitsrisiko sein", sagt Brysch. Auch für Einrichtungen des betreuten Wohnens, die formal keine Pflegeeinrichtungen sind, aber oft pflegebedürftige Menschen beherbergen, müsse der gleiche Brandschutzstandard gelten. Deutschlandweites politisches Handeln sei notwendig, fordert Brysch. Drei Dinge müssten immer vorhanden sein: eine Sprinkleranlage, eine Brandmeldeanlage sowie ein Gefahrmelder in jedem Zimmer.

Zwölf Brände in Pflege- oder Seniorenheimen in Deutschland hat die Patientenschutzorganisation dokumentiert. "Bei all diesen Bränden sind Menschen gestorben", sagt Volker Meyer, Vorsitzender der Mission Sicheres Zuhause. Er berichtet unter anderem von einem Brand am 31. Dezember vergangenen Jahres in einem Leipziger Seniorenheim, bei dem zwei Bewohnerinnen wegen einer brennenden Zigarette starben. "Dort hatte es 2004 schon einmal gebrannt - die Schutzmaßnahmen im Brandfall blieben unverändert." Ebenso tragisch sei ein Vorfall vom 7. Dezember 2010 in einem Wohnstift in Würzburg, bei dem fünf Personen starben. Brandursache war eine Halogenlampe, die auf das Bett fiel. Eine Brandmeldeanlage war zwar vorhanden, aber kein Brandmelder in den Zimmern und keine Sprinkleranlage. Von eher "kleineren Zwischenfällen", so Meyer, bei denen keine Menschen ums Leben kommen, bekäme man leider kaum etwas mit.

Von Bränden in Stuttgarter Alters- oder Pflegeheimen weiß man kaum etwas zu berichten. So sind beispielsweise der Brand in einem Seniorenheim in Bad Cannstatt am 8. Januar 2011, der durch ein auf dem Herd vergessenes Essen ausgelöst wurde, oder das Feuer in einem Alten- und Pflegeheim in Stuttgart-Münster, das am 31. Oktober 2011 ausbrach, nicht dokumentiert. Ebenso wenig, wie der Vorfall vom 14. Oktober 2010: Damals kamen sechs Menschen nach einem Feuer in einem Stuttgarter Altenheim mit Verdacht auf Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Der Brand war in der Küche eines Wohnappartements in der zweiten Etage ausgebrochen. Die Einsatzkräfte befreiten zehn Personen aus dem völlig verrauchten Stockwerk.

"Auch wenn dabei keine Menschen ums Leben kamen - diese Vorfälle zeigen doch, dass ein deutschlandweiter Brandschutz für Pflegebedürftige mehr als notwendig ist", betont Meyer.

Wenn in einem Pflegeheim Feuer ausbricht - im Bild eine Übung -, sind die Bewohner in höchster Gefahr. Foto: Archiv

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Erstellt:
9. Februar 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Februar 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Februar 2012, 12:00 Uhr

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