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Koalition

Parteichefs auf Partnersuche

Derzeit läuft alles auf eine Jamaika-Koalition hinaus. Noch aber zieren sich die Beteiligten von Union, FDP und Grünen. Sie betonen, dass es schwierig werde, ein Dreier-Bündnis zu schmieden.

26.09.2017
  • STEFAN KEGEL, MATHAIS PUDDIG, DAVID NAU

Berlin. Als Angela Merkel am Tag, nachdem ihre Partei mehr als zwei Millionen Wähler an AfD und FDP verloren hat, gefragt wird, ob Neuwahlen infrage kommen, kneift sie die Augen zusammen. Sie sagt, dass solche Spekulationen eine „Missachtung des Wählerwillens“ seien. Ihr Blick verrät allerdings, dass sie dieses Szenario schlechterdings für undenkbar hält. Merkel will eine Regierung bilden – nur wie, lässt sie erst einmal offen.

Dabei hat die SPD der Union längst eine Absage erteilt. Es bleibt also nur Jamaika. Doch alles, was Merkel dazu sagt, ist, dass sie noch keine Aussagen machen kann. Deutlicher werden ihre Parteikollegen, die das Bündnis nicht ausschließen, aber klarstellen, dass die Hürden dafür hoch sind. Daniel Günther etwa, der in Schleswig-Holstein eine Koalition mit FDP und Grünen führt, sagt: „Unser Bündnis haben wir hinbekommen, weil sich darin jede Partei wiederfindet. Meine Empfehlung ist, das in Berlin genauso zu machen.“ Die CSU zieht aber noch nicht mit. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betont, dass er sich mit den Grünen eine gemeinsame Basis nicht vorstellen kann.

Die FDP setzt auf subtile Zeichen des Kompromisses. Immerhin hat Parteicehf Christian Lindner am Tag nach der Wahl einen dunklen Schlips um, sein Stellvertreter Wolfgang Kubicki einen grünen. Ansonsten will man sich in der FDP-Zentrale keine Blöße geben, was eine Jamaika-Koalition betrifft. Er habe eine Handvoll Telefonate geführt, sagt Lindner. Mit wem, bleibt sein Geheimnis. „Wir sind gesprächsbereit.“ Der Rest sei Vertrauenssache. Also bleibt es seinen Parteifreunden vorbehalten, die Knackpunkte zu benennen, an denen eine Koalition scheitern könnte. Mit den Grünen liegen die Liberalen zum Beispiel beim Verbot des Verbrennungsmotors über Kreuz. „Das ist mit der FDP nicht zu machen“, sagt eine Abgeordnete der baden-württembergischen Landesgruppe. Und was, falls die Verhandlungen scheitern und auch die SPD nicht will? Neuwahlen? „Wir sind seit vier Jahren im Kampagnenmodus“, antwortet ein Wahlkämpfer im Genscher-Haus. „Das können wir auch noch länger.“

Bei den Grünen dominiert hingegen die vielzitierte Staatsräson. Mit ernsten Mienen stellen sich die beiden Spitzenkandidaten Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt der Hauptstadtpresse. Özdemir spricht von einer „großen Verantwortung“, der die Grünen nun gegenüberstünden. Er verspüre durch den Einzug der AfD in den Bundestag eine „tiefe Sorge um das Land, um die Republik“. Seine Kollegin Göring-Eckardt fügt hinzu, man sei bereit, eine Einladung anzunehmen, das Verhandlungsteam scheint festgelegt. Also alles bereits ausgemacht? Mitnichten. Göring-Eckardt betont, es gebe keine Zwangsläufigkeiten: „Wir werden nicht um jeden Preis in eine Regierung eintreten.“ Stefan Kegel, David Nau und Mathias Puddig

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26.09.2017, 06:00 Uhr
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