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Kommentar

Partei im Dilemma

Ein Aufstand ist es noch nicht, was sich derzeit in der CDU abspielt. Doch es könnte einer werden. Zum ersten Mal seit Merkels Amtsantritt 2005 haben ihre Gegner einen Angriffspunkt gefunden.

09.02.2018
  • ULRIKE SOSALLA

Ulm. Merkel ist ohne Trophäe aus den Koalitionsverhandlungen herausgekommen. Während die SPD das prestigeträchtige Finanzministerium eroberte und die CSU das Innenministerium plus Heimat, behielt die CDU das Kanzleramt. Das ist wenig.

Die Koalitionsverhandlungen haben das strategische Dilemma der CDU-Spitze schonungslos offengelegt. Merkel hat die Partei weit in die Mitte gerückt, ohne ihr neue Projekte zu verordnen. Das wird jetzt, da die konservativen Kräfte in ganz Europa nach rechts rücken, zum Problem. Horst Seehofer hat das erkannt. Für die CDU bleibt zwischen einer angriffslustigeren SPD unter Nahles und einer wieder erstarkenden CSU wenig Platz zur Profilierung.

Dafür gibt es keine einfache Lösung. Der erste Schritt wäre, Diskussionen innerhalb der Partei überhaupt wieder zuzulassen. Am Umgang mit den Unzufriedenen wird sich entscheiden, ob aus dem Grummeln ein Aufstand wird – oder nur ein Sturm im Wasserglas.

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09.02.2018, 06:00 Uhr
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