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Kirche

Papst gesteht gravierende Fehler ein

Franziskus ist wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen in Chile in Kritik geraten. Nun bittet er um Verzeihung.

13.04.2018
  • BETTINA GABBE

Rom. Der Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch ist zum Prüfstein für die Glaubwürdigkeit von Papst Franziskus geworden. In einem Brief an die chilenischen Bischöfe gesteht er nun „gravierende Fehler“ ein und bittet die Opfer um Verzeihung.

Auf seiner Chile-Reise im Januar hatte Franziskus Vorwürfe gegen den Bischof von Osorno, Juan Barros, als „Verleumdung“ abgetan. Es gebe keine Beweise dafür, dass dieser von sexuellen Übergriffen seines früheren Mentors, des Geistlichen Fernando Karadima, gewusst und diesen gedeckt habe. Mit seiner harschen Reaktion auf Fragen nach dem früheren Schüler des wegen Missbrauchs verurteilten Karadima löste er heftige Proteste aus.

Von der Welle der Empörung überrascht, schickte Franziskus daraufhin den ehemaligen Chefermittler der vatikanischen Glaubenskongregation, Charles Scicluna, nach Chile, um die Vorwürfe zu untersuchen. Auf Grundlage der Aussagen von 64 Betroffenen erstellte dieser einen 2300 Seiten langen Bericht, der den Papst offenbar zum Handeln zwingt. „Jene, die ich verletzt habe, bitte ich um Verzeihung“, schreibt Franziskus nun. Und er lädt sie nach Rom ein, um sich auch persönlich bei ihnen zu entschuldigen. Erste Reaktionen fielen verhalten aus. Einer der Betroffenen betonte, noch nicht entschieden zu haben, ob er zu einem Treffen reisen werde.

Zugleich erhebt der Papst schwere Vorwürfe gegen die chilenischen Bischöfe. Er habe „aus Mangel an wahren und ausgewogenen Informationen“ gehandelt, erklärt er die umstrittene Ernennung von Barros. Die Bischöfe ruft er nach Rom, um sich erklären zu lassen, warum er in der Personalie offenbar falsch beraten wurde.

Ob die breite Zustimmung zu Franziskus wackelt, wird davon abhängen, ob er den Worten auch Taten folgen lässt. Über Barros fällte er trotz offenbar negativer Ergebnisse des unter Verschluss gehaltenen Untersuchungsberichts noch keine Entscheidung.

Aus der päpstlichen Kinderschutzkommission zogen sich die beiden einzigen Opfer, die ihr angehörten, enttäuscht zurück. Franziskus gestand bereits Fehler im Umgang mit einem Priester aus Norditalien ein, den er trotz Aufforderung der Glaubenskongregation nicht in den Laienstand zurückversetzte. Bettina Gabbe

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13.04.2018, 06:00 Uhr
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