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Uni-Logo

Palme mit Generals-Streifen

Palmen haben Wurzeln, die den Baum außerordentlich kräftig verankern. Für die Attempto-Palme gilt das auf jeden Fall. Erst seit zehn Jahren ist sie offizielles Logo der Universität. Und schon wurzelt sie derart tief in der Seele der Universität, dass es einen kollektiven Aufschrei gab, als das Rektorat in Erwägung zog, das Beil an diesem Uni-Symbol anzusetzen.

02.09.2010

Von Angelika Bachmann

Um es vorweg zu sagen: Die Palme darf bleiben. Sie hat die Neugestaltung des Corporate Design der Uni überlebt. Wenn auch in abgeänderter Form: Im neuen Outfit der Universität (linke Abbildung ) sind Wurzelwerk und Krone leicht ausgelichtet. Womit man sich aber anfreunden kann. „Jeder gute Baum muss ab und zu mal ausgeschnitten werden. Das wissen wir von unserem Oberbürgermeister“, sagt der Politologe und Senatsmitglied Thomas Nielebock. „Aus der schwäbisch-gärtnerischen Sicht ist das ganz in Ordnung.“

Zum Verhängnis wäre der Palme (im Original: rechts) fast geworden, dass sie im Kleindruck kaum noch erkennbar ist, eher Ähnlichkeit mit einem Hundeknochen hat. Oder mit einem „Tintenklecks“, wie es Prorektorin Stefanie Gropper formuliert. Das Rektorat – das die Entscheidungskompetenz über das Erscheinungsbild der Uni hat – habe dann aber schnell gemerkt, dass die Palme nicht nur innerhalb der Universität eine große Befürworter-Schar hat. Auch außerhalb Tübingens hat das Logo einen sehr guten Wiedererkennungswert. Weshalb man Überlegungen, eventuell das alte Uni-Wappen mit den gekreuzten Zeptern wiederzubeleben oder – schlimmer noch – Palme und Zepter zu Staubwedeln zu kreuzen, bald ad acta legte. Stattdessen wurde die Agentur beauftragt, die Attempto-Palme zu überarbeiten.

Urheberrechtlich ist das kein Problem. HAP Grieshaber hat der Universität 1977 zum Jubiläum nicht nur den Druckstock, sondern die Palme ganz und gar, samt allen Rechten geschenkt, sagt der einstige Uni-Kanzler Georg Sandberger, der zudem Jurist und Spezialist für Urheberrecht ist. Die Umgestaltung ist also auch rechtlich unbedenklich – solange das ursprüngliche Motiv nicht entstellt werde. Persönlich freut sich Sandberger im Übrigen sehr darüber, dass die Palme mit all ihrer Symbolkraft Logo der Universität bleibt. „Die Palme ist ein Baum, der allen Stürmen trotzt.“

Nicht ganz so einhellig ist die Zustimmung zur Wahl der Farbe, die man im Rektorat als „zeitlos“ bezeichnet. Andere sprechen eher von „altmodisch“. „Diese Farbe hätte meiner Oma gefallen“, sagt etwa der Biologe Prof. Joachim Ostwald zu dem im Senat vorgestellten Entwurf. „Aber am Ende ist das eben doch Geschmackssache.“

Das gilt sicher auch für den Goldrand, mit dem im neuen Corporate Design besonders edle Verlautbarungen geadelt werden: Veröffentlichungen des Rektorats, so heißt es, ziert künftig ein Goldrand, Veröffentlichungen aus der Fakultät ein Silber-Streif. Ähnliches kennt man allenfalls von der Bundeswehr, wo die Generäle goldene Rangabzeichen haben, während Offiziere und Hauptleute Silber-Deko auf ihren Schulterklappen tragen.

Ob die Sache mit den Streifen ein bösartiges Gerücht oder eine tatsächliche Geschmacksverirrung der Gestalter ist, darüber will sich die Leiterin der Stabsstelle Hochschulkommunikation, Myriam Hönig, nicht äußern – wie überhaupt zum ganzen neuen Erscheinungsbild. Ab 1. Oktober soll es die Universität zieren. Ende September werde das Corporate Design öffentlich vorgestellt.

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Erstellt:
2. September 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
2. September 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. September 2010, 12:00 Uhr

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