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Anschlag auf das Josefsgrab

Palästinenser beschädigen Heiligtum - Tag des Zorns im Westjordanland

Die Gewaltwelle im Nahen Osten ebbt nicht ab. Palästinensische Jugendliche beschädigten eine heilige Stätte. Im Westjordanland wurden jüdische Soldaten mit Messern und Steinen angegriffen.

17.10.2015
  • DPA

Nablus/Jerusalem . Die Gewalt in Nahost zieht nun selbst biblische Stätten in Mitleidenschaft: Radikale palästinensische Jugendliche warfen in der Nacht zum Freitag Molotow-Cocktails gegen das Josefsgrab in Nablus und setzten es damit in Brand. Nach der Überlieferung ist das Josefsgrab die letzte Ruhestätte der biblischen Gestalt Josef, Sohn des Patriarchen Jakob. Es wird von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen verehrt.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Brandstiftung scharf. Der Schaden sei erheblich, berichtete die Webseite ynetnews.com. Menschen wurden nicht verletzt. Einheiten der palästinensischen Polizei vertrieben die Randalierer und löschten das Feuer, bevor israelische Truppen eintrafen.

Bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär wurden gestern im besetzten Westjordanland Dutzende Palästinenser verletzt. Radikale Palästinenser-Gruppen hatten zuvor zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Ein palästinensischer Attentäter verletzte in einer jüdischen Siedlung bei Hebron einen israelischen Soldaten mit Messerstichen und wurde daraufhin erschossen. An zahlreichen Orten, so in Ramallah, Hebron, Bethlehem, Nablus and Tulkarem, griffen palästinensische Demonstranten israelische Militärposten mit Steinen an. Die Israelis erwiderten die Attacken mit Gummigeschossen und Tränengas. Dutzende Demonstranten wurden verletzt.

Auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem blieb es hingegen friedlich. Hunderte Muslime, denen Israel den Zugang verwehrt hatte, verrichteten das Freitagsgebet auf der Straße. Die Behörden hatten wegen der angespannten Lage verfügt, dass nur Männer, die älter als 40 Jahre sind, auf den Tempelberg durften. Für Frauen hatten die Sicherheitsbehörden keine Altersbeschränkung erlassen.

Indes ging auch die Serie von Messerattacken, die Einzeltäter auf Israelis verüben, weiter. Ein als Reporter getarnter Palästinenser griff in der jüdischen Siedlung Kiriat Arba bei Hebron einen israelischen Soldaten an. Dieser wurde durch Messerstiche leicht verletzt. Der Angreifer wurde erschossen.

Die Proteste hauptsächlich jugendlicher Palästinenser richten sich gegen angebliche israelische Pläne, die Verhältnisse auf dem Juden wie Muslimen heiligen Tempelberg in Jerusalem zu verändern. Auf dem Tempelberg, der drittheiligsten Stätte im Islam, stehen der Felsendom sowie die Al-Aksa-Moschee. Palästinenser werfen Israel vor, die Kontrolle der Muslime über ihre Heiligtümer aushöhlen sowie immer mehr Juden den Zugang auf das Plateau gestatten zu wollen. Israel bestreitet derartige Pläne.

Auch die jüngste Serie palästinensischer Messerattacken auf Israelis wird auf den Streit um die heilige Stätte zurückgeführt. Seit Monatsbeginn fielen der Gewalt sieben Israelis und mehr als 30 Palästinenser zum Opfer. Knapp die Hälfte der getöteten Palästinenser waren Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Die anderen starben bei Unruhen im Westjordanland oder bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär am Grenzzaun zum Gazastreifen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Donnerstagabend, sich mit Palästinenser-Präsident Abbas und anderen arabischen Führern treffen zu wollen. Zudem bestätigte er, dass die USA angeboten hätten, Gespräche in Jordanien zu vermitteln. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich in der Nacht mit der Lage im Nahen Osten beschäftigen.

Palästinenser beschädigen Heiligtum - Tag des Zorns im Westjordanland
Palästinensische Studenten rüsten sich in Hebron mit Steinen aus. Sie greifen damit israelische Soldaten an. Foto: afp

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17.10.2015, 12:00 Uhr
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