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Pädophiler muss in Sicherungsverwahrung
September 2017: Festnahme nach Auffliegen des „Missbrauch-Kundenrings“. Gestern gab es das erste Urteil. Foto: Markus Donner/dpa
Justiz

Pädophiler muss in Sicherungsverwahrung

Im ersten Urteil zum Missbrauchs-Fall von Staufen erhält ein 41-Jähriger eine harte Strafe. Der Haupttäter belastete ihn schwer, beide kennen sich aus dem Gefängnis.

20.04.2018
  • PETRA WALHEIM

Freiburg. Zehn Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Dieses Urteil hat gestern das Landgericht Freiburg gefällt. Der angeklagte 41-jährige Markus K. aus dem Ortenaukreis muss an sein Opfer außerdem 12 500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Markus K. hatte am ersten Prozesstag vor einer Woche zugegeben, den heute neunjährigen Luca (Name geändert) zwei Mal getroffen, missbraucht und vergewaltigt zu haben. Der Prozess war der erste zum Missbrauchsfall von Staufen, der bundesweit als beispiellos gilt. Hauptbeschuldigte in dem Fall sind die 47 Jahre alte Mutter des Jungen und deren 39-jähriger Lebensgefährte Christian L. Sie sollen Luca mehr als zwei Jahre lang im Internet für Vergewaltigungen angeboten und dafür mehrere zehntausend Euro kassiert haben.

Sechs Männer sind bekannt, die das Angebot angenommen haben. Auch sie sitzen demnächst auf der Anklagebank. Einer von ihnen ist Markus K., der gestern verurteilt wurde.

Gravierenden Einfluss auf das Strafmaß hatte nach Aussage des Vorsitzenden Richters Stefan Bürgelin die Vorstrafe des Angeklagten. Der 41-Jährige war im Januar 2010 vom Landgericht Freiburg zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Markus K. hatte einen zehnjährigen Jungen auf dem Nachhauseweg vom Fußball-Training abgepasst, in ein Maisfeld gezerrt und missbraucht. „Die Haftstrafe hat ihn nicht beeindruckt, die Therapien müssen als gescheitert angesehen werden“, sagte der Richter.

Die Anordnung der Sicherungsverwahrung sei unter anderem deshalb gerechtfertigt, weil der psychiatrische Gutachter die sexuelle Neigung des Angeklagten als „schicksalhafte Pädophilie“ bezeichnet habe und weitere schwere sexuelle Straftaten gegenüber Kindern nicht auszuschließen seien.

Der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Freiburg wurde teilweise nichtöffentlich geführt, wegen der „schutzwürdigen Interessen der Person des Angeklagten“. Das war auch gestern bei den Plädoyers so. Staatsanwältin Nikola Novak hatte in ihrem Plädoyer zwölf Jahre und sechs Monate plus Sicherungsverwahrung gefordert. Die Pflichtverteidigerin Julia Schlindwein hatte keinen Antrag gestellt, sich aber gegen die Sicherungsverwahrung ausgesprochen, weil ihr Mandant nach ihrer Ansicht noch nicht austherapiert ist.

Öffentlich hatte gestern der mutmaßliche Haupttäter Christian L., der Partner der Mutter des Jungen, als Zeuge ausgesagt und geschildert, wie und wo die Vergewaltigungen geschahen. Christian L. und Markus K. kennen sich aus dem Gefängnis. Beide haben dort Haftstrafen wegen Vergewaltigung und schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern verbüßt. Christian L. hat die Taten gestern zugegeben, auch dass er den Jungen fast wöchentlich selbst vergewaltigt hat. Seine Anklagepunkte und die der Mutter werden vom 11. Juni an verhandelt.

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20.04.2018, 06:00 Uhr
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