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Vom Nobody zum Helden

Paco Alcácer in Spanien als Garant für Einzug in die Endrunde gefeiert

Spanien hat das Ticket für Frankreich 2016 gelöst. Beim 4:0 über Luxemburg avancierte Paco Alcácer zum neuen Hoffnungsträger. Der 22-jährige mit tragischer Vergangenheit wird als Goldmacher gefeiert.

12.10.2015
  • DPA

Madrid Ein schmächtiger Newcomer lässt Spaniens Fußball nach der WM-Pleite von 2014 wieder optimistisch in die Zukunft blicken. Mit zwei Toren beim 4:0-Heimerfolg über Luxemburg, der dem amtierenden Doppel-Europameister das Ticket für die EM 2016 in Frankreich sicherte, avancierte der 22 Jahre alte Paco Alcácer zum Mann der Stunde. "Was er anfasst, wird zu Gold", titelte das Sportblatt "Marca".

Als das Team am Samstagabend in Vitoria zum letzten Quali-Spiel gegen die Ukraine nach Kiew abflog, wurde der nur 70 Kilo leichte Mittelstürmer des FC Valencia - bis vor wenigen Monaten noch ein Nobody - von den Fans mit am meisten bejubelt.

So ganz stimmt die Aussage von "Marca" zwar nicht, denn Alcácer saß im Klub zuletzt wegen Formschwäche oft auf der Bank. Gegen Luxemburg genügte dem Angreifer nach seiner Hereinnahme für den verletzten Álvaro Morata (33.) in Logro·o aber eine knappe Stunde, um sein Trefferkonto im neunten Länderspiel mit einem Doppelschlag (67./80.) auf sechs zu erhöhen. Santi Cazorla sorgte am Freitag vor 16 000 Fans für die beiden weiteren Tore (41./85.). "Marca" errechnete gestern, dass Alcácer im roten National-Trikot alle 79 Minuten getroffen hat. Damit sei der 1,75-Meter-Mann nach neun Spielen erfolgreicher als berühmte Landsmänner wie Rául (642 Einsatzminuten/ein Tor) oder David Villa (479/3) und auch treffsicherer als Superstars wie Lionel Messi (398/2) und Cristiano Ronaldo (338/1). "Wir haben eine neue Neun!", hieß es.

"Zuletzt war es im Klub nicht toll gelaufen. Ich habe die Tore gebraucht, egal ob mit dem Hintern oder mit dem Ohr", freute sich Alcácer, der vor wenigen Jahren einen harten Schicksalsschlag überwinden musste. Beim 3:0-Testspiel-Sieg gegen AS Rom in Valencia im Sommer 2011 war dem damals 18-Jährigen ein Tor gelungen. Nach dem Duschen war er mit seinen stolzen Eltern auf dem Nachhauseweg, als der Vater auf der Straße an einem Herzinfarkt starb.

Nationaltrainer Vicente del Bosque scheint einige in die Jahre gekommene Goalgetter wie Alvaro Negredo, Roberto Soldado (beide 30) oder Fernando Torres (31) bereits abgeschrieben zu haben. Alcácer, der gegen die Ukraine von Anfang an spielen wird, hat aber noch Konkurrenz, darunter Juventus-Profi Morata (22) und Chelsea-Stürmer Diego Costa (27). "Aber keiner passt zum Kombinationsspiel von Spanien besser als Paco", stellte die Zeitung "As" fest.

Nicht nur del Bosque ist für die Ära nach Xavi, Villa, Xabi Alonso & Co. zuversichtlich. Luxemburg-Trainer Luc Holtz glaubt: "Die Spanier sind noch immer die besten der Welt, vor allem wenn es um Pass-Spiel geht."

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12.10.2015, 12:00 Uhr
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