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Osram zielt mit neuer LED-Fabrik in Malaysia auf das Geschäft mit Privatkunden
Sieht der guten alten Glühbirne von Osram täuschend ähnlich, ist aber mit LED-Technik ausgestattet. Foto: Osram
Wachsen oder sterben

Osram zielt mit neuer LED-Fabrik in Malaysia auf das Geschäft mit Privatkunden

LED-Chips, Auto- und Bühnenscheinwerfer, damit verdient Osram heute gutes Geld. Um jedoch langfristig zu überleben, will der Konzern neue Geschäftsfelder erobern und in Asien kräftig investieren.

09.12.2015
  • ROLAND LOSCH, DPA

München. Kaum hatte Osram-Chef Olaf Berlien seine Pläne für die Zukunft des Konzerns vorgelegt, brach der Aktienkurs um ein Drittel ein. 1 Mrd. EUR für eine neue LED-Fabrik, das ist vielen Kapitalanlegern zu riskant und zu teuer.

Aber Vorstand und Arbeitnehmervertreter sagen, andernfalls drohe das Aus. "Wenn wir das nicht machen, dann reden wir langfristig nur über das Abwickeln der Firma Osram", sagte der Aufsichtsrat und IG-Metall-Sprecher Michael Knuth. Und Berlien sagte dem "Handelsblatt": "Stillstand ist der Tod."

Das traditionelle Lampengeschäft schrumpft, schreibt rote Zahlen und soll bis nächsten Sommer für einige hundert Millionen Euro verkauft werden. Neben dem technischen Wandel macht vor allem die billige Konkurrenz aus Asien dem Geschäft zu schaffen. Auch der europäische Rivale Philipps hat sich einen Radikalumbau verordnet.

Geld verdient Osram heute mit der Herstellung von LED-Chips, Auto- und Bühnenscheinwerfern. Bei optoelektronischen LED-Chips ist Osram weltweit die Nummer zwei, die Sparte ist hoch profitabel, und beim Autolicht ist Osram sogar Weltmarktführer.

Im Auto für Fernlicht sorgen, das die Straße hell erleuchtet, aber die entgegenkommenden Autos exakt ausspart und nicht blendet - das können heute nur wenige. Dafür braucht es viel Know-how und leistungsstarke LEDs. Mit Infrarot-LEDs lässt sich erkennen, ob dem Fahrer die Augen zuzufallen drohen und er zu einer Pause aufgefordert werden muss, ob er bei automatisiertem Fahren auf die Straße oder auf die Beifahrerin schaut - selbst wenn er eine Sonnenbrille trägt.

Auch mit Chips für Robotersteuerung und Sensorik in Fabriken, für riesige Videoleinwände, mit Bühnenscheinwerfern und Fassadenbeleuchtungen verdient Osram heute Geld. Warum also etwas ändern?

Weil der Markt in diesen Nischen nur langsam wächst und die Konkurrenz hineindrängt, sagt Spartenchef Aldo Kamper. "Das Dach muss repariert werden, solange die Sonne noch scheint."

Jetzt setzt Osram im LED-Markt für Allgemeinbeleuchtung auf Angriff. Er ist mit Abstand der größte - und er wächst am schnellsten. Mit der LED-Fabrik in Malaysia will Osram sein Geschäft in dem Segment kräftig ausbauen. Kamper: "Für den Blitz im Handy und für den Scheinwerfer im Auto können wir den gleichen Chip in der gleichen Anlage produzieren." Mit den Synergien in Entwicklung und Einkauf und dem größeren Volumen könne Osram eine hohe Gewinnmarge halten.

Die Börse bleibt skeptisch. Die Pläne hätten zwar langfristig Wachstumspotenzial, belasteten aber vorerst die Ergebnisse, sagte der Analyst Andreas Willi von der US-Bank JPMorgan.

Die neue Strategie habe zwar Sinn, sagte Peter Reilly vom Analysehaus Jefferies. Sie sei aber auch riskant. Der Union-Investment-Fondsmanager Michael Muders forderte Osram auf, die Pläne bis zur Hauptversammlung im Februar zu stoppen.

Manche Investoren reagierten verschnupft, wenn Gewinne investiert statt an die Aktionäre ausgeschüttet würden, sagte Knuth. Aber "wir halten das für richtig". Das Risiko sei überschaubar. "Der Weltmarkt für Licht geht hoch."

Wenn 2019 ein Teil der Herstellung der LED-Scheiben von Regensburg ins Werk in Malaysia verlagert werde, berühre das 150 Arbeitsplätze. Aber parallel würden das Projektgeschäft gestärkt und Neues aufgebaut. Die Investition werde das 2000 Mitarbeiter starke Werk in Regensburg langfristig eher sichern.

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09.12.2015, 08:30 Uhr
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