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Bombenalarm in Brandenburg

Oranienburg ist die Stadt der Blindgänger

Alle paar Wochen gibt es in Oranienburg Bombenalarm. Nirgendwo liegen so viele Weltkriegsbomben wie dort. Die Beseitigung ist teuer.

04.08.2016
  • PETER GÄRTNER

Berlin. Immer wenn in den Verkehrsnachrichten der Name Oranienburg auftaucht, ahnt man in Berlin und Brandenburg, dass wieder einmal eine Bombe gefunden wurde. Auch am Mittwoch waren Teile der Innenstadt gesperrt, mehrere tausend Menschen mussten das Quartier verlassen, der Bahn- und Schiffsverkehr wurde eingestellt. Entschärft wurde beim 196. Einsatz der Kampfmittelbeseitiger in der Havelstadt seit 1990 eine US-amerikanische 500-Kilogramm-Fliegerbombe.

Es grenzt an ein Wunder, dass es in der Kreisstadt im Norden von Berlin noch keine Toten gab. Mehr als 22 000 Brand- und Sprengbomben warfen alliierte Flugzeuge allein über Oranienburg ab – so viele pro Quadratkilometer wie sonst nirgends in Deutschland. Die Militärführung vermutete, dass in den teilweise unterirdischen Fabriken der Auerwerke und der Heinkel Flugzeug AG an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet wurde.

Gut 70 Jahre nach Kriegsende stecken rings um die Stadt noch tausende Bomben im sandigen Untergrund, davon etliche Blindgänger, die mit einem noch heute extrem gefährlichen chemischen Langzeitzünder versehen sind. Nach Angaben des Potsdamer Innenministeriums sind zwölf Prozent der zivilen Landesfläche der Mark noch immer mit Kampfmitteln belastet. Das Land Brandenburg hat seit 1991 mehr als 350 Millionen Euro für die Kampfmittelbeseitigung ausgegeben; rund ein Drittel der Kosten hat der Bund übernommen, der allerdings nur für „reichseigene“ Munition aufkommt. Im Bundesrat startete Brandenburg zusammen mit Niedersachsen bereits zwei Initiativen, um den Bund auch für alliierte Bomben stärker in die Pflicht zu nehmen – bislang nur mäßig erfolgreich.

Der Aufwand wird immer größer, weil sich der Zustand der Blindgänger zunehmend verschlechtert. Zum einen muss häufiger am Fundort gesprengt werden, zum anderen wächst die Explosionsgefahr. Allein in Oranienburg kam es bereits zu fünf Selbstdetonationen, die zu teils heftigen Verwüstungen führten. Es ist in der rund 42 000 Einwohner zählenden Stadt ein Leben auf dem Pulverfass. Unmittelbar unter der Innenstadt sollen noch immer über 300 unentdeckte Weltkriegs-Bomben liegen. Ungefähr die zehnfache Menge wird im Untergrund Berlins vermutet. Seit Ende des Krieges wurden in Berlin laut Polizei mehr als 1,8 Millionen Sprengkörper vernichtet.

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04.08.2016, 06:00 Uhr
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