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Weinlese

„Optimales Wetter“: Winzer hoffen auf Spitzenjahrgang

Die diesjährige Weinlese könnte die Winzer im Südwesten für die zahlreichen Frostschäden im vergangenen Jahr entschädigen.

08.07.2018

Von dpa/lsw

Weintrauben hängen in einem Weinberg. Foto: Sebastian Gollnow dpa/lsw

Stuttgart. „Dieses Jahr könnte es einen Spitzenjahrgang geben“, sagte der Präsident des Weinbauverbandes Württemberg, Hermann Hohl. Das Wetter im Mai und Juni sei für den Wein optimal gewesen, daher habe es auf den Hängen ein „explosionsartiges Wachstum“ gegeben.

Auch in Baden blicken die Winzer optimistisch auf die Lese. „Der Ansatz der Trauben ist sehr gut“, sagte der Geschäftsführer vom Weinbauverband Baden, Peter Wohlfarth. Wegen der guten Bedingungen können die Trauben in diesem Jahr etwa drei Wochen früher geerntet werden. „Der Herbst beginnt früh“, sagt Wohlfarth. „Die Faustregel ist, dass die Lese 100 Tage nach der Blüte beginnt“.

Demnach lesen die Badener schon in der ersten Augustwoche Sorten wie Regent, Solaris und einige Reben Müller-Thurgau. Der erste Federweißer ist dann einige Tage später im Handel. Bei den Württembergern gehört die Rebsorte Acolon zu den ersten, die gelesen und gekeltert werden.

Einige Winzer hätten wegen der sich abzeichnenden früheren Lese schon ihren Sommerurlaub verschoben, sagt Wohlfarth. Auch die Organisation der Lese stelle die Produzenten vor Herausforderungen. „Die müssen sich jetzt darum kümmern, dass sie pünktlich zur Lese ihre Erntehelfer haben“. Die kämen häufig aus Rumänien und anderen europäischen Ländern und müssten rechtzeitig angeheuert werden.

Bis dahin sind die Winzer allerdings noch auf günstiges Wetter angewiesen: Erntemenge und Qualität des fertigen Weins lassen sich erst nach der Lese einschätzen. „Wenn es, wie etwa 2003, weiterhin warm und trocken bleibt, könnten wir eine sehr gute Qualität erreichen“, sagt Wohlfarth.

Wenn es während der Lese warm und feucht sei, baue der Wein seine Säure sehr schnell ab und werde dadurch anfällig für Pilze. Eine weitere Gefahr ist die Kirschessigfliege. Der ursprünglich aus Asien stammende Schädling fühlt sich besonders bei kühlen und feuchten Temperaturen wohl. Die Larven der Fliege, die vor allem Steinobst, aber auch Wein befällt, frisst sich durchs Fruchtfleisch, die Früchte verfallen binnen weniger Tage.

Im Vorjahr hatte später Frost zu einer mäßigen Lese geführt. Verheerend war dabei, dass im April zuerst sehr warmes Wetter die Reben austreiben ließ, danach einsetzender Frost die Knospen und Blüten der Pflanzen dann aber beschädigte. Mit 1,8 Millionen Hektolitern produzierten Baden-Württembergs Winzer in der Folge so wenig Wein, wie seit 2010 nicht mehr. 2016 hatten sie noch 2,4 Millionen Hektoliter hergestellt, im Jahr zuvor 2,2 Millionen Hektoliter.

Weintrauben hängen in einem Weinberg. Foto: Sebastian Gollnow dpa/lsw

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Erstellt:
8. Juli 2018, 12:33 Uhr
Aktualisiert:
8. Juli 2018, 12:46 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2018, 12:46 Uhr

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