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Kommentar

Opposition feuert auf Gemeinschaftschulen

Der Kampf um die Wählergunst zieht spürbar an. In der Landespolitik spielt das Thema Bildung stets eine zentrale Rolle. Auch diesmal, wo nicht nur die Gemeinschaftsschule an der Tübinger Geschwister-Scholl-Schule durch einen Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) als „Schwäbisches Himmelfahrtskommando“ ins Gerede kam. Mitten im Sommerloch.

12.10.2015
  • Ute Kaiser

Jetzt legten Abgeordnete der Opposition nach. Darunter der frühere Staatssekretär im Kultusministerium Georg Wacker (CDU), der bei einem Regierungswechsel als potenzieller Kultusminister gehandelt wird. In einer Anfrage an die Landesregierung nehmen er und andere Parlamentarier die teils gegendargestellten, teils zurechtgerückten Aussagen des Artikels für bare Münze und fordern auf dieser Basis „umgehend eine Korrektur des stark ideologisch geprägten Konzepts der Gemeinschaftsschule“.

CDU- und FDP-Abgeordnete versuchen vehement, dem Stuttgarter Kultusministerium einen Strick zu drehen. Aber sie nehmen auch Tübinger Ziele wie den federführenden Projektleiter Thorsten Bohl, OB Boris Palmer und das Staatliche Schulamt ins Visier, dem angeblich das „Teilgutachten“ zur Tübinger Gemeinschaftsschule „schon längere Zeit bekannt“ gewesen sein soll.

Ihre Quellen legen die Oppositionellen nicht offen. Sie haben nicht mit den Betroffenen gesprochen (siehe „Entspricht nicht den Tatsachen“ auf der nächsten Seite). So lässt sich leichter unterstellen, sie hätten über mögliche Korrekturmöglichkeiten am Bericht beraten. Im Klartext soll das wohl heißen: Bohl, Palmer und Co haben versucht zu manipulieren.

Unseriös an der Anfrage ist auch, dass die Beobachtung des Unterrichts in nur zwei Klassen der Tübinger Gemeinschaftsschule zu einem Teilgutachten hochgejazzt wird, um die Schulform insgesamt zu diskreditieren. Diese Beobachtung, erklärte der empirische Erziehungswissenschaftler Bohl wiederholt, habe mit Repräsentativität nichts zu tun. Und aus ihr lasse sich auch nicht auf die Situation und Zukunft der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg schließen.

Besonders fatal ist, dass eine Schule, die schon durch das nicht von ihr zu verantwortende „Prügelvideo“ bundesweit in den Schlagzeilen war, erneut vorgeführt wird. Das trifft die Lehrer, die als unfähig dargestellt werden, und verunsichert Schüler und Eltern. Schulleiter Joachim Friedrichsdorf, der sich gerade viele Gedanken über politische Ethik macht, versucht, dieser Attacke mit Aufklärung zu begegnen. Bald will er auf der Homepage des Vereins für Gemeinschaftsschulen, dessen Vorstand er angehört, die Unzulänglichkeiten und Irrtümer des FAZ-Artikels aufklären, wie er auf Anfrage sagte.

Ob das wirkt? Die Erfahrung zeigt: Leichter (wahl)kämpft es sich mit knackigen Parolen. Im Ausschuss des Gemeinderats steht heute das Thema Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe der Gemeinschaftsschulen an. Hoffentlich agieren und argumentieren die Tübinger Stadträte differenzierter und sauberer als die Stuttgarter Abgeordneten.

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12.10.2015, 12:00 Uhr
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