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Opfer und Täter sind identifiziert
Nach diesem Mädchen hat die Polizei gesucht. Inzwischen ist es identifiziert. Zu seinem Schutz wurde es auf demBild unkenntlich gemacht. Foto: BKA
Kriminalität

Opfer und Täter sind identifiziert

Wegen des Verdachts auf schweren Missbrauch fahndet das BKA mit Opferfotos – mit Erfolg.

10.10.2017
  • GUDRUN SOKOL

Wiesbaden. Ein kleines Mädchen wird sexuell missbraucht und dabei gefilmt. Vom Täter, der das Material auf einer kinderpornografischen Plattform im Darknet verbreitet hat, fehlt zunächst jede Spur. Die Ermittler haben keinerlei Anhaltspunkte. Außer dem, dass das Opfer – ein vier bis fünf Jahre altes Mädchen – Deutsch spricht und sich vermutlich immer noch in den Fängen des Täters befindet. Aus diesem Grund hat das Bundeskriminalamt (BKA) eine höchst ungewöhnliche Maßnahme ergriffen: Es hat Fotos des Kindes veröffentlicht und erhofft sich dadurch Hinweise auf Opfer, Tat und Täter.

Diese Fahndungsmethode war erfolgreich: Nur Stunden nach der aufsehenerregenden Fahndung mit Fotos eines missbrauchten kleinen Mädchens haben die Ermittler nach eigenen Worten Opfer und Täter identifiziert. Die Fahndung im Fall des schweren sexuellen Missbrauchs des zuvor unbekannten Kindes sei erfolgreich beendet, teilte (BKA) am späten Montagabend mit.

Die Ermittler waren am Montag mit Fotos eines Mädchens an die Öffentlichkeit gegangen. Der bis dahin noch unbekannte Beschuldigte soll das Kind zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Er soll Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs gemacht und diese anschließend auf einer kinderpornografischen Plattform im sogenannten Darknet verbreitet haben.

Details zu dem Kind und zum Tatverdächtigen nannte das BKA am Abend nicht. An diesem Dienstag wolle die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in einer Pressemitteilung Näheres bekanntgegeben, hieß es.

Die gewählte Fahndungsmethode sei tatsächlich außergewöhnlich, sagt BKA-Sprecherin Marianne Falasch. „Wir haben lange darüber nachgedacht.“ Eine Öffentlichkeitsfahndung sei immer das letzte Mittel, denn der Schutz des Opfers habe höchste Priorität. In diesem Fall des vermutlich noch laufenden Missbrauchs des Kindes sei die Veröffentlichung der Fotos letztlich aber auch Opferschutz. Und zwar einer, der höhere Priorität habe, als die Gefahr einer späteren Stigmatisierung. Man müsse ja in diesen Fällen davon ausgehen, dass solche Bilder niemals ganz aus dem Netz verschwinden werden, gibt Falasch zu bedenken.

Keine Hinweise auf Ort der Tat

Über den Täter wussten die Ermittler, BKA und Zentralstelle für die Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, zunächst praktisch nichts. Es lägen weder Bild- noch Videoaufnahmen von ihm vor. Der Verdächtige habe extrem vorsichtig gehandelt, sagt BKA-Sprecherin Falasch. „Er ist praktisch nicht identifizierbar.“ Und es gebe – außer, dass das Kind Deutsch spreche – keinen Hinweise auf den Ort der Tat und damit auch keine regionale Zuständigkeit. Deshalb sei es ein Fall für das BKA.

Einen ersten Hinweis auf die Missbrauchsbilder habe die Behörde im August bekommen; die gezeigten Taten sollen zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 stattgefunden haben. Und es habe die Gefahr bestanden, dass der Missbrauch andauert. Nach knapp drei Monaten ergebnisloser Ermittlungen und der Ausschöpfung sämtlicher Möglichkeiten gab das Amtsgericht Gießen darum den Weg zur Öffentlichkeitsfahndung frei. Mit Erfolg, wie sich jetzt gezeigt hat. Gudrun Sokol/dpa

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10.10.2017, 06:00 Uhr
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