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Olympisches Solo ohne Happy End
Paul Biedermann leider etwas zu spät aufgetaucht, es blieb dem Hallenser letztlich nur der sechste Rang. Foto: afp
Für Paul Biedermann ist Platz sechs im letzten Einzelrennen der Karriere „das Maximum“

Olympisches Solo ohne Happy End

Paul Biedermann muss seine Karriere ohne die ersehnte olympische Einzelmedaille beenden. Nun hoffen alle auf Brustschwimmer Marco Koch.

10.08.2016
  • WOLFGANG SCHEERER

Rio de Janeiro. Dass ausgerechnet ein ehemaliger Dopingsünder Gold holte 200 Meter Freistil, konnte Paul Biedermann letztlich auch nicht mehr groß aufregen. Er war zu sehr mit sich beschäftigt und den Fragen, die nach dem sechsten Platz in seinem letzten olympischen Einzelrennen auf ihn einprasselten. Außerdem waren beim Sieg des (bereits einmal gesperrten) Chinesen Sun Yang in 1:44,65 Minuten auch alle anderen Medaillen außer Reichweite für den Hallenser, der nach 1:45:84 ähnlich enttäuscht war wie nach Platz fünf in Peking 2008 und London 2012. Vor vier Jahren hatte er ans Aufhören gedacht, diesmal war klar: Zum letzten Mal in den acht Jahren seiner Karriere auf Weltklasse-Niveau geht er auf eine Einzelstrecke. Der Vorlauf, das Halbfinale – vielversprechend. Bei beiden Starts war Biedermann schneller als im Medaillen-Rennen.

Bleiben werden dem Doppel-Weltmeister von 2009 vorläufig die Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil. Aber in der nächtlichen Stunde der Niederlage war das kein wirklicher Trost. Silber sicherte sich der Südafrikaner Chad Le Clos (1:45,20) vor US-Boy Connor Dwyer (1:45,23). Auch sie alle hielten Biedermann klar auf Abstand. „Es war nicht mehr drin, damit muss ich jetzt eben zufrieden sein. Das war heute das Maximum.“ Das klang schon etwas frustriert. Schließlich wäre die Regie direkt nach seinem 30. Geburtstag so passend gewesen für den glanzvollen Karriereschluss.Sein Trainer ließ tiefer blicken: „Der große Traum ist nicht in Erfüllung gegangen. Die Enttäuschung ist natürlich schon riesengroß“, sagte Frank Embacher. Mit ihm arbeitet Biedermann seit 2002 in Halle an der Saale zusammen. Aufmunterung kam von Ex-Freundin Britta Steffen aus der Heimat: „Ich bin stolz auf Paul.“ 16 Stunden nach dem sechsten Platz hatte er außerdem im Staffelrennen die Chance, sich doch noch mit einer Medaille zu verabschieden. Mit dem EM-Titel 2008 hatte er erstmals international für Aufsehen gesorgt. Bei Weltmeisterschaften kamen neben zweimal Gold auch Silber und dreimal Bronze zusammen. Nur bei Olympia lief's nie nach Wunsch.

Die Stimmung im deutschen Team war insgesamt vorsichtig optimistisch gewesen. Die Beckenschwimmer schienen sich nach dem historischen Null-Medaillen-Debakel bei den Spielen in London unter Bundestrainer Henning Lambertz langsam wieder nach oben gearbeitet zu haben. Nun ruhen auf der Einzelstrecke alle Hoffnungen auf Marco Koch. In der Nacht zu Donnerstag deutscher Zeit kann der Brust-Weltmeister aus Darmstadt in Rio ganz groß zuschlagen. Nach dem EM-Titel 2014 und dem WM-Triumph 2015 wäre der Olympiasieg auf der 200-Meter-Distanz für den 26-Jährigen die Krönung.

Wie zuvor auf Biedermann schauen jetzt alle auf Koch. Der bleibt betont cool, hat sich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen, als er in der Nacht auf Sonntag durch ein Geburtstagsständchen für Biedermann geweckt worden ist. „Hauptsache, ich erfülle meine eigenen Erwartungen“, sagt Koch bei der Frage nach dem Druck. Die dürften allerdings im Zweifelsfall deckungsgleich sein mit denen der Schwimmsport-Verantwortlichen und -Fans.

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10.08.2016, 06:00 Uhr
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