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Einser-Abiturientin schaltet im Wasser ab

Olympia-Debüt für Silke Lippok aus Pforzheim

Freistil-Spezialistin Silke Lippok, 18, ist nicht nur Einser-Abiturientin. Die Vize-Europameisterin aus Pforzheim freut sich auch auf die Olympia-Premiere.

09.06.2012

Von WOLFGANG SCHEERER

Frau Lippok, erst herzlichen Glückwunsch zum kürzlich in Ungarn gewonnenen EM-Silber über 200 Meter Freistil und zu Team-Gold. Ist das alles auch dem Schwimmkurs mit Ihrem Bruder Nils zu verdanken?

SILKE LIPPOK: Ja, meine Mutter hat mich immer donnerstags, wenn mein Bruder in Pforzheim ganz klassisch seinen Schwimmkurs hatte, einfach mitgeschickt, damit ich auch Schwimmen lerne. Nils ist ja fünf Jahre älter als ich und war immer in Gruppen mit Größeren. Ich war fünf, hätte früher oder später aber auch einen Schwimmkurs gemacht, so wars dann früher. Nils hat Schwimmen später aufgegeben und mit viel Spaß Fußball gespielt, wie das bei den Jungs halt oft so ist.

Was fasziniert Sie am Schwimmen, wäre eine andere Sportart denkbar?

LIPPOK: Ich habe, bis ich zwölf war, Leichtathletik parallel zum Schwimmen gemacht. Im Endeffekt hat mir Schwimmen mehr Freude gemacht - und ich hatte da auch bessere Perspektiven. Zuerst schwimmt man fast alle Stilarten, bald habe ich mich auf Kraul spezialisiert. Es musste die schnellste Disziplin sein! Wirklich faszinierend für mich ist beim Schwimmen, dass man die Außenwelt vergessen kann. Man ist da in einem ganz anderen Element, kann ganz für sich sein, ganz in Ruhe sein, einfach abschalten. Das bietet im Sport fast nur das Schwimmen. Wichtig ist aber, wenn ich beispielsweise meine 40 Trainingskilometer pro Woche herunterspule, da ein Mittelmaß zu finden aus Spannung und Entspannung. Denn eintönig werden darfs natürlich auch nicht. Dank Trainingskollegen und Trainer ist das kein Problem.

Im EM-Finale wollten Ihre Trainer, dass Sie langsam angehen. Warum kam dann alles anders?

LIPPOK: Ich hatte mir das selbst auch genau so vorgenommen. Als ich dann ins Wasser gesprungen bin, ging es plötzlich mit mir durch. Ich bin viel zu schnell angegangen und ehrlich gesagt hinten raus ziemlich eingebrochen - aber halb so wild, weil ich ja doch noch Silber geholt habe. Bei Olympia möchte ich auf jeden Fall eine neue Bestzeit schwimmen. Das ist mein Ziel. Das Finale zu erreichen, wäre gigantisch. Aber es wird schwer, da reinzukommen.

Wie muss man sich Ihren Olympia-Countdown für London in der Vorbereitung vorstellen?

LIPPOK: Ich starte noch bei zwei gut besetzten Meetings: zuerst in Rom, dann in Paris. Zwischendurch bin ich zwei Wochen auf Teneriffa im Trainingslager. Dann beginnt die Vorbereitung mit den Olympia-Schwimmern in Hamburg. Auf Teneriffa sind wir zwar am Meer, ich werde aber höchstens Mal ein wenig planschen. Zum Training eignet sich das Meer für mich nicht, man weiß einfach nicht genau, wie weit man schwimmt. Ich brauche einen Anhaltspunkt, alles andere ist mir zu schwammig.

Wie schwer war es, 2012 das Abitur plus Olympia in Angriff zu nehmen?

LIPPOK: Es war manchmal schon hart und heftig. Man schläft wenig, um Training und Schule unter einen Hut zu bringen. Aber jetzt habe ich es sehr gut rumgebracht - mit einem Schnitt von 1,6 - und bin froh, dass ich es so gemacht habe. Ich will auf jeden Fall studieren. Viele Dinge interessieren mich, aber ich habe mich noch nicht entschieden. Zuerst freue ich mich jetzt auf meine olympische Premiere in London. Wie vor jedem Wettkampf werde ich aufgeregt sein, auch wenn man mir das vielleicht nicht anmerkt. Das Schöne ist: Ich freue mich immer auf die Wettkämpfe. Anderen machen sie vielleicht Angst. Mir nicht.

Die Freistil-Spezialistin: Silke Lippok wird beim Heimatklub SSG Pforzheim seit dem zwölften Lebensjahr von Rudi Schulz trainiert. Foto: dpa

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Erstellt:
9. Juni 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Juni 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Juni 2012, 12:00 Uhr

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