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Ohne Terminvereinbarung in die Arztpraxis
Warten beim Arzt: Praxen sollen künftig mehr Sprechstunden anbieten teilweise auch für Patienten ohne Termin. Foto: © Sopotnicki/Shutterstock.com
Gesundheitswesen

Ohne Terminvereinbarung in die Arztpraxis

Minister Spahn will Mediziner zu offenen Sprechstunden verpflichten. Zudem sollen sie mehr Geld für die Aufnahme neuer Patienten erhalten.

24.07.2018
  • HAJO ZENKER

Berlin. „Niemand wartet gern lange auf einen Arzttermin. Aber das ist noch zu oft der Fall“, kritisiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er hat deshalb am Montag ein Paket vorgelegt, das unter dem Namen Terminservice- und Versorgungsgesetz im April 2019 in Kraft treten soll. Es beinhaltet mehr Arbeit, aber auch mehr Geld für Ärzte. So sollen Praxen mindestens 25 Sprechstunden pro Woche anbieten – fünf Stunden mehr als bisher. Diverse Mediziner, wie Haus-, Kinder- und Frauenärzte, werden zudem verpflichtet, mindestens fünf Stunden je Woche als offene Sprechstunde anzubieten, zu der jeder Patient spontan kommen kann.

Neben der Ausweitung des Angebots an Behandlungszeiten sollen Ärzte durch Geld motiviert werden, mehr gesetzlich Versicherte zu versorgen. Wer einen neuen Patienten annimmt oder als Hausarzt einen Facharzt-Termin vermittelt, bekommt das vergütet. Bisher lohnt sich Mehrarbeit häufig nicht, weil die Budgets der Praxen gedeckelt sind – die gesetzlichen Krankenkassen zahlen also längst nicht jede Behandlung ihrer Versicherten.

Stärker genutzt werden sollen in Zukunft Terminservicestellen. Die werden mit der Arzt-Notdienstnummer, der 116117, zusammengeführt, um zum zentralen Portal für Patienten zu werden. Erreichbar „rund um die Uhr und sieben Tage die Woche, telefonisch und online“, wie Spahn betont. Dort könne man nicht nur einen Facharzttermin bekommen, sondern bei Bedarf einen neuen Hausarzt finden.

Auch Verbesserungen auf dem Land strebt das Gesetz an. So soll es Zuschläge für Land-Ärzte geben, um Praxen attraktiver zu machen. Zudem werden die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, „in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Gebieten“ die Versorgung mit Alternativen wie Patientenbussen oder Online-Sprechstunden zu gewährleisten.

Ärztevertreter und gesetzliche Kassen kritisieren die Pläne. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung befürchten durch die Pflicht zu offenen Sprechstunden „Chaos und längere Wartezeiten“. Der GKV-Spitzenverband als Dach aller gesetzlichen Krankenkassen zeigt sich „enttäuscht, dass beispielsweise für diejenigen Ärzte, die Patienten über die Terminservicestellen annehmen oder einen Termin beim Facharztkollegen vermitteln, den Beitragszahlern zusätzliche Kosten in Rechnung gestellt werden sollen“.

Alles in allem rechnet das Gesundheitsministerium mit etwa 600 Millionen Euro im Jahr, die auf diese Weise zusätzlich von den Krankenkassen an die Ärzte fließen – angesichts der hohen Rücklagen der Krankenkassen sieht man darin aber kein großes Problem. Hajo Zenker

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24.07.2018, 06:00 Uhr
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