Missbrauchsskandal

Ohne Ansehen der Person und des Standes

Der Familienbund der Katholiken fordert eine Verurteilung derjenigen, die Missbrauch vertuscht haben.

19.09.2018

Von ele

In einer Pressemitteilung zum Missbrauchsskandal fordert der Familienbund der Katholiken, dass Amtsträger und Vorgesetzte in der katholischen Kirche, denen Missbrauchsfälle bekannt wurden und die diese nicht verfolgt und geahndet haben, möglicherweise sogar vertuscht, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Nur so könne die katholische Kirche in Deutschland ihre Glaubwürdikeit wiedererlangen.

„Jetzt hat uns die Missbrauchsdebatte wieder eingeholt, schlimmer und heftiger als je zuvor,“ stellt der Vorsitzende des Familienbundes der Diözese Rottenburg, Karlheinz Heiss, in der Pressemitteilung fest. Der Schritt der deutschen Bischöfe, eine umfassende Studie zum Missbrauch in Auftrag zu geben, sei löblich, so Heiss. Doch „wenn wir irgendwann einmal wieder in der deutschen Öffentlichkeit positiv wahrgenommen werden wollen, dann muss der zweite Schritt sofort folgen: Nach der Verurteilung der Täter muss nun geprüft werden, wer für die Vertuschungen verantwortlich war und ist.“ Es müsse „ohne Ansehen der Person und des Standes“ die strafrechtliche Bedeutung dieser Vertuschungen geprüft werden und die Mittäter müssten ebenso ihre Strafe bekommen. Wenn das nicht geschehe, würden die Opfer ein zweites Mal zum Opfer und die Zerstörung von Kinderseelen und ganzer Familien nicht geahndet. Die katholische Kirche würde zurecht als „mafiös“ gebrandmarkt, schreibt Heiss.

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Erstellt:
19. September 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
19. September 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. September 2018, 01:00 Uhr

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