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Kommentar

Ohne Abstriche

Eines Experimentes, wie das die beiden jungen Männer in Berlin vorgenommen haben, hätte es nicht bedurft, um zu wissen: Deutschland hat ein Problem mit Antisemitismus – einheimischem wie zugewandertem.

20.04.2018

Von ELISABETH ZOLL

Die bedrückenden Videoaufnahmen des Israeli, der Adam Armoush heißt, veranschaulichen nur noch einmal deutlich, wie leicht überlieferter Hass auf den wegen der Kippa erkennbar Anderen sich in roher Gewalt entladen kann: Vermutlich arabische Jugendliche schlugen auf vermeintliche Juden ein – und dutzende Passanten schauten seelenruhig zu.

Der Kampf gegen den Antisemitismus muss ernster genommen werden: in der Politik, der Gesellschaft – ja auch in muslimischen Gemeinden. Dazu braucht es zunächst genauere Daten. Die Kategorie „Fremdenfeindlichkeit“ in der Kriminalitätsstatistik reicht zur Einordnung nicht aus. Wir müssen wissen, welche Gewalttat antisemitisch motiviert ist, welche islamophobe, homophobe oder frauenverachtende Wurzeln hat.

Deutschland hat eine besondere Verantwortung gegenüber Juden in unserem Land. Sie muss auch in der Ahndung antisemitischer Straftaten und in Aufklärungs- und Präventionsarbeit zum Ausdruck kommen. Weit mehr als in der Vergangenheit braucht es zur Umsetzung dieser Aufgaben auch muslimische Autoritäten als Partner. Sie müssen sich in ihrem Umfeld schon aus eigenem Interesse für Minderheitenschutz stark machen.

Toleranz ist Pflicht in dieser Gesellschaft. Ein gutes Zusammenleben unterschiedlicher Menschen ist ohne sie nicht möglich. Deshalb darf es hier auch keine Abstriche geben. Unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht muss sich jeder Bürger daran halten.

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Erstellt:
20. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
20. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. April 2018, 06:00 Uhr

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