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Ministerpräsident wirft der bisherigen Porsche-Führung schwere Fehler vor

Oettinger attackiert

Günter Oettinger wirft Wendelin Wiedeking schwere Fehler vor: Die bisherige Porsche-Führung hat im Übernahmekampf mit Volkswagen überzogen. Und sie hat offenbar weit höhere Schulden aufgehäuft.

27.07.2009

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat dem Porsche-Management entscheidende Fehler in der verlorenen Übernahmeschlacht mit VW vorgeworfen. Die Führung des Sportwagenherstellers habe den Eindruck erweckt, in Wolfsburg bliebe "kein Stein auf dem anderen ", sollte die Übernahme aus Stuttgart gelingen, sagte Oettinger dem "Spiegel ". "Die Art und Weise, wie Porsche in Wolfsburg einmarschiert ist, fanden sicherlich nicht alle gut ", sagte der CDU-Politiker und fügte hinzu: "So was produziert natürlich Abwehrreaktionen. Das ist völlig menschlich. " Im Kampf gegen das VW-Gesetz, an dem die Übernahme von VW durch Porsche unter anderem scheiterte, will sich Oettinger noch nicht geschlagen geben. "Es ist ein grober Verstoß gegen die Prinzipien der Marktwirtschaft ", sagte er mit Blick auf die Regelung, die dem Land Niedersachsen Einfluss auf VW sichert. In dieser Sache sei "das letzte Wort noch nicht gesprochen ". Dessen ungeachtet haben sich die Eigentümerfamilien Medienberichten zufolge inzwischen darauf geeinigt, die wichtigsten Regeln des umstrittenen Gesetzes in der Unternehmenssatzung festzuschreiben. Wie "Spiegel Online " meldete, wollen die Familien Porsche und Piëch mit der Satzungsänderung einer drohenden EU-Klage gegen das VW-Gesetz zuvorkommen. Die Familien, die über ihren Porsche-Besitz knapp über 50 Prozent der VW-Stammaktien kontrollieren, hätten mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) eine weitreichende Vereinbarung getroffen. Damit würden die Schutzrechte des Landes unabhängig vom VW-Gesetz abgesichert. Niedersachsens Sperrminorität solle bei 20 Prozent bleiben, womit das Land ein Vetorecht in allen wichtigen Entscheidungen behielte. Zudem solle das Entsendemandat bestehen bleiben, wonach das Land zwei Vertreter in den Aufsichtsrat von VW schicken kann. Ein entsprechender Beschluss solle auf einer außerordentlichen VW-Hauptversammlung im Oktober gefasst werden. Die EU-Kommission hatte vor kurzem angekündigt, dass sie die Rechtmäßigkeit des VW-Gesetzes erneut überprüfen wolle. Deutschland könnte dann wegen des Gesetzes möglicherweise ein zweites Mal vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt werden. Die neuen Regeln hätten laut "Spiegel Online " auch Bestand, wenn das VW-Gesetz wegfallen würde. Laut "Automobilwoche " sollen die Grundzüge der VW-Porsche-Fusion bis zur VW-Aufsichtsratssitzung am 13. August fixiert werden. "Es ist höchste Zeit, dass Ruhe einkehrt ", sagte ein Mitglied des VW-Aufsichtsrats der Branchenzeitung. Dem "Focus " zufolge wollen in den nächsten Tagen VW-Experten anfangen, alle Bilanzen von Porsche sorgfältig zu prüfen. Erst danach entscheide sich, wie hoch der Kaufpreis sein werde. VW will spätestens bis Jahresende 49,9 Prozent der Porsche AG übernehmen, den Rest im nächsten Jahr. Erst 2011 wird der neue Konzern dem Magazin zufolge wohl endgültig geformt sein. Laut internen VW-Unterlagen sähen die Besitzverhältnisse dann wie folgt aus: Den Familien Porsche und Piech sollen rund 34 Prozent gehören, dem Land Niedersachsen etwas über 20 Prozent sowie dem Staatsfonds aus Katar 19 Prozent. Zu den Eigentümern des geplanten Fahrzeuggiganten sollen dann auch die Arbeitnehmer gehören. Die Beschäftigten sollen einen Anteil von 2 bis 5 Prozent am Konzern erhalten. Die finanzielle Lage des hoch verschuldeten Stuttgarter Sportwagenherstellers ist offenbar dramatischer als bisher bekannt. Ohne die jetzt gefundene Lösung zur Integration in den Volkswagen-Konzern hätte Porsche möglicherweise bald die Zahlungsunfähigkeit gedroht. Nach Informationen von "Focus " und "Spiegel " hat Porsche einen Schuldenberg von rund 14 Mrd. EUR angehäuft. Laut Angaben von Teilnehmern der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Mittwoch wäre Porsche ohne die Einigung mit VW in etwa zwei Wochen zahlungsunfähig gewesen. Porsche selbst hatte von einer Verschuldung von 9 bis 10 Mrd. EUR gesprochen. AP/ddp

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27.07.2009, 12:00 Uhr
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