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Armut messbar gemacht

Ökonom Angus Deaton erhält den Wirtschaftsnobelpreis

Der Ökonom Angus Deaton untersucht, wie Verbraucher ticken und wie man Armut messen kann. Dafür wurde der schottisch Volkswirt mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet.

13.10.2015
  • DPA

Stockholm Für seine "Analyse von Konsum, Armut und Wohlfahrt" bekommt der schottische Ökonom Angus Deaton den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft. "Der diesjährige Preis handelt von Konsum im Großen und Kleinen", sagte Göran Hansson, Generalsekretär der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften. "Um eine Wirtschaftspolitik zu gestalten, die Wohlstand fördert und Armut verringert, müssen wir zuerst individuelle Konsum-Entscheidungen verstehen. Wie kein anderer hat Angus Deaton dieses Verständnis verbessert." Deaton beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Entwicklungs- und Gesundheitsökonomie und lehrt an der US-Eliteuniversität Princeton.

"In den letzten vier, fünf Jahrzehnten hat er unermüdlich daran gearbeitet, Konsum zu verstehen - und damit viele Bereiche der Wirtschaft verändert", sagte Nobeljuror Per Strömberg. Deaton habe geholfen, Armut in Entwicklungsländern zu verstehen. Statt diese am Einkommen zu messen, habe er sich angesehen, was die Menschen konsumieren. "Und es stellte sich heraus, dass das ein viel besseres Maß für Armut ist", sagte Strömberg.

Der 69-Jährige entwickelte zudem eine Methode, um die Nachfrage zu messen. Wenn eine Regierung zum Beispiel eine Steuer erhöhen will, kann man damit schätzen, wie die Verbraucher darauf reagieren und wen die Veränderung am härtesten trifft. Zuvor hatten Ökonomen über Jahrzehnte große Probleme gehabt, ein System zu finden, das tatsächlich funktionierte. "Deatons System wird von Ökonomen und politischen Entscheidungsträgern auf der ganzen Welt genutzt", sagte Strömberg.

Über die Nachricht vom Nobelpreis sei er "überrascht und erfreut", sagte Deaton gestern auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Er war per Telefon aus den USA zugeschaltet. Der Wirtschafts-Nobelpreis wird gemeinsam mit den Nobelpreisen für Medizin, Physik, Chemie und Literatur am 10. Dezember in Stockholm überreicht. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen. Die Auszeichnung ist mit 8 Mio. schwedischen Kronen (etwa 850 000 EUR) dotiert. Anders als die traditionellen Nobelpreise geht sie nicht auf das Testament Alfred Nobels zurück. Die Reichsbank stiftete den Preis erst 1968. Offiziell heißt er auch nicht Nobelpreis, sondern "Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel".

Dass ein Mann geehrt wird, der in den USA forscht, ist beim Wirtschafts-Nobelpreis die Regel. Nur einmal ging der Preis in den vergangenen Jahrzehnten an eine Frau: 2009 an die inzwischen gestorbene US-Umwelt-Ökonomin Elinor Ostrom. Strömberg sieht aber einen Trend zu mehr weiblichen Preisträgern und mehr Kandidaten außerhalb der USA.

Ökonom Angus Deaton erhält den Wirtschaftsnobelpreis
Angus Deaton ist mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Foto: dpa

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13.10.2015, 12:00 Uhr
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