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Verkehr

ÖPNV in Monheim: „Dauerhaft kostenlos“

Von April an bietet die nordrhein-westfälische Stadt Monheim am Rhein kostenfreien ÖPNV an.

14.10.2019

Von DOROTHEE TOREBKO

Bürgermeister Zimmermann: Gratis-Busverkehr aus Steuermitteln. Foto: Federico Gambarini/dpa

Berlin. Von April an bietet die nordrhein-westfälische Stadt Monheim am Rhein kostenfreien ÖPNV an. Bürgermeister Daniel Zimmermann erklärt, was guten Nahverkehr ausmacht und wie die Stadt mit den Kosten zurechtkommen will.

Herr Zimmermann, warum bieten Sie in Monheim kostenlosen Nahverkehr an?

Daniel Zimmermann: Wir haben im Stadtrat ein Paket für den Klimaschutz beschlossen, das auf drei Säulen beruht: Gebäudesanierung, Energieversorgung und Verkehr. In den ersten beiden Bereichen haben wir unser Ziel schon fast geschafft. Aber im Verkehr haben wir nichts erreicht. Wir haben immer noch 55 Prozent Kfz-Anteil an allen Verkehrswegen und nur jeweils zehn Prozent Fahrrad- und Busanteil.

Was muss passieren, damit der kostenlose ÖPNV angenommen wird?

Die wichtigste Voraussetzung ist, dass das Linienangebot stimmt. Da haben wir in den letzten Jahren erheblich ausgebaut. Noch vor drei Jahren ist unser Busunternehmen 1,5 Millionen Kilometer pro Jahr gefahren, momentan haben wir eine Linienleistung von 2,1 Millionen Kilometern. Wir haben tagsüber zum S-Bahnhof einen Fünf-Minuten-Takt aus der Innenstadt heraus. Die letzte Hürde, die die Menschen davon abhält, den ÖPNV zu nutzen, sind die Kosten.

Wann ist das Projekt denn ein Erfolg?

Wir haben keine Zielvorgabe. Wir hoffen, dass es Leute gibt, die das Angebot nutzen. Der Nahverkehr soll in Monheim dauerhaft kostenlos bleiben. Wenn wir in den nächsten drei Jahren nicht maßgeblich mehr Leute in den ÖPNV bekommen haben, werden wir uns weitere Maßnahmen überlegen. Deshalb begleitet die Uni Aachen das Projekt. Wir wollen etwa wissen, ob ÖPNV-Nutzer tatsächlich ehemalige Autofahrer sind oder wir den Effekt haben, dass Menschen kurze Strecken nicht mehr zu Fuß gehen, sondern mit dem Bus fahren.

Im brandenburgischen Templin wurde der kostenlose Öffentliche Nahverkehr bereits ausprobiert. Die Stadt musste das Angebot aber wegen der hohen Kosten einstampfen. Was wollen Sie anders machen?

Ich kann mir bei uns nicht vorstellen, dass es an den Kosten scheitert. Wir ändern ja nichts an den Ausgaben. Wir verzichten nur auf die Einnahmen, die wir bisher hatten. Wir haben den Einnahmeausfall auf drei Millionen Euro pro Jahr beziffert und werden das aus städtischen Steuermitteln zahlen. Das ist sehr genau kalkuliert.

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Erstellt:
14. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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