Verkehr

ÖPNV: Land will flexible Abos fördern

Minister Winfried Hermann will auf Trend zu vermehrtem Homeoffice mit neuen Angeboten reagieren.

26.09.2020

Von ROLAND MUSCHEL

Straßenbahn Linie 2 zum Eselsberg. Foto: Volkmar Könneke

Stuttgart. Mit 20 Millionen Euro will die grün-schwarze Landesregierung auf Vorschlag von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) die Einführung neuer, flexibler Aboangebote für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) voranbringen. Das Kabinett hat die Pläne bereits gebilligt, der Landtag muss aber noch darüber beraten und abstimmen. Die Regierungsmehrheit im Parlament dürfte nach dem Beschluss des Ministerrats aber sicher sein.

Angesichts des durch die Corona-Pandemie verstärkten Trends zu Homeoffice auch bei Pendlern und der damit einhergehenden weniger regelmäßigen ÖPNV-Nutzung würden neue Aboangebote benötigt, sagte Hermann dieser Zeitung. Er habe daher 20 Millionen Euro für die Initiierung und Anschubfinanzierung solcher Modelle in den Nachtragshaushalt eingebracht.

Die Ablösung bisheriger Modelle wie der Jahresabos zum Preis von elf oder zehn Monatskarten durch flexible Angebote werde kurzfristig mit geringeren Einnahmen aus dem Bereich der Abo-Erlöse eingehen. Mittelfristig aber könne der öffentliche Nahverkehr Kunden, die sonst abspringen würden, mit attraktiven Modellen halten und zugleich neue Kundengruppen erschließen. In der Übergangszeit wolle das Land helfen.

Als Beispiele für innovative Abo-Modelle nannte Hermann eine definierte Anzahl an Nutzungstagen pro Woche oder eine Beschränkung der monatlichen Kilometerzahl. Erste Element einer digitalen Vielfahrerkarte mit gestaffeltem Rabattstatus solle es nach Möglichkeit bereits im kommenden Jahr geben, kündigte der Minister an.

Das für 2021 geplante landesweite Handy-Ticketing könnte die technische Grundlage für die Pläne darstellen. Bei diesem System müssen Fahrgäste nicht mehr vor Fahrtbeginn ein Ticket kaufen, das die Maximalstrecke bereits definiert, sondern checken sich mit ihrem Handy zur Fahrt ein und am Zielort wieder aus. Auf dieser Datenbasis könnten auch flexible Rabatt- und Abo-Systeme aufbauen, da das Nutzungsverhalten und das gewählte Modell so leicht abgleichbar sind. Roland Muschel

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Erstellt:
26. September 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. September 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. September 2020, 06:00 Uhr

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