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Schotten schwächeln und müssen Tran trinken

Nymphen holen den Pott

Sieben Sportstudentinnen und ihr Mann an der Stange haben am Donnerstag beim Tübinger Stocherkahnrennen das Feld der 54 Kähne dominiert. Tausende Zuschauer feierten den Start-Ziel-Sieg erstmals bei der Neckarfront und amüsierten sich über das Tran-Trinken der Verlierer und Schummler.

08.06.2012

Von Fabian Ziehe

Nymphen im Siegesrausch: Das Stocherkahnrennen 2012
Videoplayer konnte nicht geladen werden.

© Ziehe 03:21 min

Tübingen. „Die Landsmannschaft Schottland ist über die Ziellinie gefahren und gleich mal abgesoffen“, erklärte Moderator Simon Alperowitz der Zuschauerschar. Nun war amtlich, wer die acht halben Liter Tran zu schlucken hatte. Die Bestrafung der Verlierer ist neben dem Gerangel im Nadelöhr das i-Tüpfelchen jedes Stocherkahnrennens.

Nie waren so viele Zuschauer so nah dran: „Es waren deutlich mehr Besucher als die Jahre zuvor“, meldete die Polizei. Ein friedliches Gewusel, und der Umzug zum „Bügeleisen“, also der Westspitze der Neckarinsel, fiel für die Zuschauer weg: Sie konnten von der Neckarmauer, der Brücke und der Insel aus verfolgen, wie auf einem Floß im Fluss die Sieger geehrt und die Verlierer gepeinigt wurden.

Nicht die einzige Neuerung: Die Guestfalen, die als Vorjahres-Verlierer dieses Mal das Rennen ausrichteten, hatten Zuschauerplätze auf ihrem Kahn online versteigert und auf den Erlös die gleiche Summe draufgelegt. 350 Euro gingen so an den Palliativdienst „Tübinger Projekt“. Außerdem gab es mit Alperowitz, seinem Guestfalen-Kollegen Maximilian Weiss und dem Tübinger Gastronomen Ulf Siebert erstmals Kommentatoren für das Treiben.

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012: Die Siegerinnen von der Fachschaft Sportwissenschaften als erste beim Nadelöhr.

Tübinger Stocherkahnrennen 2012: Jetzt wurde es etwas eng.

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012: Die Sitzplatzmöglichkeiten auf der Platanenallee wurden nahezu ausgeschöpft.

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

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Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012: Der Ordnungsdienst auf dem Neckar mit Helmkamera.

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012

Tübinger Stocherkahnrennen 2012: Spannend bis zum Schluss - einen dieser vier letzten Kähne beißen die Hunde. Am Ende musste die Landsmannschaft Schottland den Tran hinunterwürgen.

Tübinger Stocherkahnrennen 2012: So sehen Siegerinnen aus - das Team der Fachschaft Sportwissenschaft nach dem Rennen.

Tübinger Stocherkahnrennen 2012: So sehen Siegerinnen aus - das Team der Fachschaft Sportwissenschaft nach dem Rennen.

Sie erklärten, welche Teams beim Kostümwettkampf vorfuhren. Das Team Geowissenschaft II hatte einen Doppeldecker auf seinen Kahn gezimmert. Kaum bekleidet war die Akademische Gesellschaft Sonderbund Stuttgart. Die acht Herren trugen lediglich einen sehr knappen Bade-Anzug mit String-Tanga-Schnitt á la Borat.

Martialisch kam die Truppe des Studentenwohnheims Geigerle daher. Sie war als Guerilleros verkleidet. „Der Vietcong ist auf dem Neckar angekommen: Die Revolution lebt“, kommentierte Weiss.

Ein Kahn als schwimmendes Occupy-Camp kreuzte die Szene, derweil die Königsgesellschaft Roigel das gelbe Protest-Plakat der Tübinger Einzelhändler schwenkte. Das Jugendhaus Lustnau stach alle aus: Unter dem Motto „Party-Fever“ verwandelte es seinen Kahn in eine 1980er Jahre-Disco und tanzte mit den Zuschauern zum Hit „YMCA“. Das überzeugte auch die Jury.

Fast pünktlich um 14 Uhr fiel der Startschuss zum Rennen. Es brauchte nur fünf Minuten, bis der Kahn der Sportwissenschaft zu erkennen war – sieben als Nymphen verkleidete Studentinnen mit ausgefeilter Paddeltechnik und ein Eichenlaub-bekränzter Stocherer. Sie kamen derart fix vom Start weg, dass das Verfolgerfeld nur staunen konnte. So passierten sie als erste das Nadelöhr, die Engstelle zwischen Insel und Brücke und umrundeten den Pfeiler.

Die Verfolger erwischten die Sportwissenschaftler gerade noch bei der erneuten Passage des Nadelöhrs. Doch als sie dann auch den Pfeiler umrundet hatten, waren die Führenden auf und davon. Es war der zweite Frauenkahn nach der Verbindung Laetitia 1998, der als Boot mit weiblicher Equipe den Wanderpokal, das Spanferkel und die 50 Liter Siegerbier einheimste.

Dann wurde es allmählich enger am Nadelöhr: Reihenweise gingen Stocherer über Bord, die Teams zerrten am Kahn der anderen, drängten sich gegenseitig ab. Doch so manches Jahr zuvor war es wilder zugegangen. Das Feld hatte sich diesmal in die Länge gezogen. So hielt sich am Nadelöhr der Stau in Grenzen. Zuletzt passierten die „Stochösen“ das zweite Mal die Engstelle. Sollte dieses Jahr erstmals ein rein weibliches Team zum Tran-Humpen greifen müssen?

Jubelnde Goldmädchen: Beim 56. Stocherkahnrennen kam keiner an diesen sieben Sportstudentinnen und ihrem Stocherer vorbei. Bild: Sommer

Nein, das Verlieren übernahmen ja doch noch die Schotten. Bevor sie unter Buh-Rufen und Gejohle die Krüge ansetzten, verkündete das Stocherkahngericht vier Strafen: Das Corps Borussia und die Turnerschaft Hohenstaufia waren im Nadelöhr auf der falschen Seite ausgestiegen, die Zahnmediziner und die Burschenschaft Derendingia sollen nur ein Mal das Nadelöhr passiert haben. Auch dafür gab es Tran, den sich nur die Borussen und die Zahnmediziner abholten.

Die Schotten müssen nächstes Jahr das Rennen ausrichten. „Das Beste ist, sie fangen gleich mit dem Planen an“, sagte Alperowitz. Moderator-Kollege Weiss war zwar „fix und fertig“, aber glücklich: „Wir sind zufrieden, zumal das Wetter doch noch mitgespielt hat und die Sonne rauskam.“

„Wir haben die Qualität des Rennens leicht erhöht“, sagte Maximilian Weiss. Ziel der Guestfalen war, das Publikum mehr zu informieren. Doch gerade die Umsetzung der neuen Ideen und die Absprache mit Stadt, DLRG und Rettungsdiensten habe viel Zeit gekostet. Den letzten Monat, so Alperowitz, habe sich alles ums Rennen gedreht. Sein Studium habe der 25-Jährige für zwei Wochen „an den Nagel gehängt“. Beim Publikum fanden die Neuerungen ein gemischtes Echo: Die 29-jährige ehemalige Tübinger Studentin Mareike störte der Kommentar. Doch sie genoss die Bühne auf dem Floß. „Ich fand die Moderation cool“, sagte hingegen der 27-jährige Jan. In den hinteren Reihen soll der Kommentar kaum zu hören gewesen sein. Kommentar: Chaos-Tradition mit unfehlbaren Richtern 08.06.2012

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Erstellt:
8. Juni 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Juni 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Juni 2012, 12:00 Uhr

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