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Nutzer sollen künftig im EU-Ausland ihr Internet-Fernsehen nutzen können
Filme, Serien und Sendungen anschauen, wie und wo man möchte, diese Idee steckt hinter den Streamingdiensten. Bisher allerdings war der Zugriff für die Kunden dann schwierig oder gar unmöglich, wenn sie nicht in ihrem Heimatland waren. Die EU will das ändern. Foto: afp
Mit TV-Abo in den Urlaub

Nutzer sollen künftig im EU-Ausland ihr Internet-Fernsehen nutzen können

Wer Fernsehen übers Internet schaut, guckt im Urlaub oft in die schwarze Röhre. Zumindest für bereits bezahlte Videodienste könnten nun störende geografische Zugangsbeschränkungen in der EU fallen.

10.12.2015
  • DPA

Brüssel. "Aus lizenzrechtlichen Gründen ist der Service in diesem Land nicht nutzbar": Poppt auf dem Computerbildschirm diese Nachrichten auf, bringt das so manchen urlaubenden Internetnutzer zur Weißglut. Die EU-Kommission machte nun Vorschläge für neue Regeln. Zumindest bereits bezahlte Online-Dienste sollen künftig grenzüberschreitend nutzbar sein.

Worum geht es genau? Serien, Spielfilme oder Fußball-Übertragungen: Wer schnellen Internetzugang hat, zieht heutzutage alle möglichen TV-Inhalte aus dem Netz. Zum Ärger vieler Nutzer können sogenannte Video-Streamingdienste derzeit aber nur selten grenzüberschreitend genutzt werden. Im Urlaub oder auf einer Dienstreise gucken Kunden in die sprichwörtliche Röhre - obwohl sie Geld für Abonnements zahlen.

Ist das Internet nicht eigentlich grenzenlos? Das stimmt - in der Theorie. Um zu erkennen, in welchen Land sich ein Nutzer aufhält, können Unternehmen die IP-Adressen nutzen. Diese werden vom Verbindungsanbieter vergeben, der eine Länderkennung in den Zahlencode integriert. So werden ein Rückschluss auf den Standort und eine geografische Zugangsbeschränkung ("Geoblocking") möglich.

Was soll sich ändern? Künftig sollen Reisende innerhalb der gesamten EU unterwegs den gleichen Zugriff auf ihre Musik, Filme, E-Books und Spiele haben wie zu Hause. Einzige Voraussetzung ist, dass sie nicht dauerhaft aus ihrem Herkunftsland umgezogen sind.

Bislang wurden lizenzrechtliche Gründe für Beschränkungen genannt. Ist das kein Thema mehr? Aus Sicht der EU müssen Anbieter keine zusätzlichen Lizenzen erwerben, wenn sie Kunden einen grenzüberschreitenden Zugriff auf Angebote einräumen. Grundsätzlich gilt aber weiter: Wer Filme, Bücher oder andere Medien im Netz anbietet, muss vom Rechteinhaber eine Lizenz erwerben. Wenn ein Streamingdienst für einen Film nur die Rechte für Deutschland besitzt, darf er ihn nicht an Kunden in Großbritannien verkaufen oder verleihen.

Führt die Neuregelung dazu, das Internetnutzer für Streaming-Dienste mehr bezahlen müssen? Nein, erklärt die EU-Kommission. Sie verweist darauf, dass die Anbieter nur ihr System zur Benutzer-Authentifizierung umstellen müssten. Statt den Zugriff zu blockieren, könnten sie einen auf die Reisezeit begrenzten Zugriff zulassen. Die Kosten für die Umstellung dürften dadurch kompensiert werden, dass Streamingdienste und andere Angebote attraktiver werden. Laut EU-Kommission ist es für 60 Prozent der jungen Europäer (15-24 Jahre) wichtig, ob sie Online-Abo-Dienste grenzüberschreitend nutzen können. Sie geht davon aus, dass 2020 diese Möglichkeit von 72 Millionen EU-Bürgern genutzt werden dürfte. Heute sind es bereits 29 Millionen.

Ab wann sollen Online-Kunden von der Neuregelung profitieren? Die EU-Kommission hofft auf eine Umsetzung 2017. Im selben Jahr fallen die Extragebühren für Handynutzung im Ausland weitestgehend weg. Damit die neue Verordnung in Kraft treten kann, müssen noch die Mitgliedstaaten zustimmen. Auch das EU-Parlament wird noch über sie diskutieren.

Welche Anbieter sind betroffen? Alle, die in einem EU-Staat entsprechende Angebote machen. In Deutschland reicht die Liste von Internetunternehmen wie Amazon, Netflix und Apple bis hin zum Bezahlfernsehanbieter Sky.

Sind künftig auch die Streaming-Dienste öffentlich-rechtlicher Sender uneingeschränkt im EU-Ausland nutzbar? Zunächst nicht wegen des Rechteproblems: Sender erwerben Lizenzen in der Regel für ihren Heimatmarkt. Der Rechteinhaber besteht oft darauf, dass der Zugang aus dem Ausland eingeschränkt wird. Deswegen sind manche Eigenproduktionen von TV-Sendern weltweit im Internet abrufbar, nicht aber eingekaufte Filme, Serien und Sportsendungen. Denkbar wäre, dass ARD und ZDF für personalisierte Benutzerkonten einrichten. Über sie könnte dann eventuell mehr Sendungen aus dem Ausland abgerufen werden. Kommendes Jahr werde es dazu Gespräche geben, kündigte EU-Kommissar Günther Oettinger an.

Sperren umgehen

Trick Wenn man unbedingt schon vor 2017 auf im Ausland gesperrte Mediendienste zugreifen will, gibt es schon heute einen Trick, das Geoblocking zu umgehen. Sogenannte VPN-Anbieter (Virtual Private Network) können an Nutzer IP-Adressen mit der Länderkennung vergeben, die diese gerade benötigen. Wenn ein deutscher Urlaub etwa im Spanien-Urlaub einen Spielfilm bei einem Anbieter aus Deutschland sehen will, bekommt er via VPN eine deutsche IP-Adresse. dpa

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10.12.2015, 06:30 Uhr
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