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Nur wenige Hausbesitzer sind bei Unwettern gut abgesichert
Starkregen-Schäden sind oft nicht versichert. Dann kommt zum Ärger über den vollgelaufenen Keller der finanzielle Schaden hinzu. Foto: dpa
Wohneigentum

Nur wenige Hausbesitzer sind bei Unwettern gut abgesichert

Schäden durch Hochwasser und Starkregen nehmen zu. Versicherungen decken sie aber oft nicht ab. Baden-Württemberg ist eine Ausnahme.

27.09.2017
  • DIETER KELLER

Immer häufiger gibt es extreme Wetterereignisse“, beklagt der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland. Trotzdem seien mindestens 99 Prozent aller Gebäude problemlos und zu erträglichen Prämien gegen Starkregen und Überschwemmungen zu versichern. Das Problem sind nicht große Schäden, sondern der häufig nicht ausreichende Versicherungsschutz.

Hurrikans in der Karibik und den USA haben in den letzten Wochen hohe Milliarden-Schäden verursacht. Daran gemessen herrscht in Deutschland eher ein laues Lüftchen. 2016 mussten die deutschen Versicherer für Stürme, Hagel und Starkregen insgesamt 2 Mrd. EUR zahlen, etwas weniger als im Durchschnitt der letzten Jahre.

Allein fast die Hälfte der Schäden ging auf das Konto von zwei Tiefs: Elvira und Friederike brachten Anfang Mai und Ende Juni 2016 zahlreiche Gewitter mit anhaltenden Regenfällen. In diesem Jahr kosteten die Versicherer die schweren Unwetter zwischen Ende Juni und Anfang Juli rund 600 Mio. EUR.

Viele Hausbesitzer wiegen sich in falscher Sicherheit: Sie gehen davon aus, dass ihre Gebäudeversicherung Naturgefahren aller Art abdeckt. Doch im Normalfall umfasst sie zwar Schäden durch Feuer, Sturm oder Hagel, nicht aber durch Regen oder Hochwasser. Genau die treten aber verstärkt an Orten auf, wo sich dies keiner vorstellen konnte. Dafür muss zusätzlich eine „Naturgefahrenversicherung“ abgeschlossen werden, wie die Branche gerade die Elementarschadenversicherung umgetauft hat.

Zwar hat sich in den letzten zehn Jahren die Zahl der Hausbesitzer verdoppelt, die dies getan haben. Aber im Bundesdurchschnitt sind immer noch nur 40 Prozent der Gebäude gegen Schäden durch Überschwemmungen und andere Elementargefahren versichert.

Die große Ausnahme ist Baden-Württemberg mit 94 Prozent. Hier wirkt immer noch nach, dass es bis 1994 eine Pflichtversicherung für alle gab: Diesen Komplettschutz vereinbaren die Eigentümer auch bei Neubauten.

In den anderen Bundesländern steigt der Druck. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben im Juni zum wiederholten Mal eine Versicherungspflicht abgelehnt. Bei reinen Sachschäden wäre das schon nach EU-Recht kaum zulässig. Auf Vorschlag von Baden-Württemberg beschlossen sie allerdings, dass künftig staatliche Soforthilfen nur noch erhalten soll, wer keine Versicherung zu „wirtschaftlich zumutbaren Bedingungen“ bekäme. Das trifft laut GDV auf maximal 1 Prozent aller Häuser zu, und auch die meisten von ihnen seien mit Selbstbeteiligung oder baulichen Schutzmaßnahmen versicherbar.

Als erste kündigte die bayerische Staatsregierung schon im März an, ab Mitte 2019 Hochwasseropfern keine Soforthilfe mehr zu zahlen, wenn die Schäden versicherbar gewesen wären. Weitere Länder sind noch nicht gefolgt. Aber zehn haben Kampagnen – meist zusammen mit dem GDV – gestartet, um für die Versicherung zu werben.

GDV-Präsident Erdland sieht die Politik noch an einer anderen Stelle in der Pflicht: Sie müsse für „wassersicheres Bauen“ sorgen. Das heißt insbesondere, dass nicht mehr in überschwemmungsgefährdeten Gebieten gebaut wird, wie dies in der Vergangenheit häufig geschah.

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27.09.2017, 06:00 Uhr
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